Thomas Mann an Hugo Siebenschein
- Zeitraum
- Donnerstag, 21. August 1947
- Datierung
- 21.8.1947
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für S.’s Worte, die dieser in seinem Seminar über ihn gesprochen hat und für die Ausarbeitung zu einem kleinen Buch, um dessen deutschen Text nach Fertigstellung er bittet. Ist besonders dankbar, dass S. bei dessen Betrachtungen seine Sprachbehandlung hervorgehoben habe. Die Josephstetralogie sei in erster Linie ein »Sprachwerk«; hofft, dass etwas Zutreffendes an H.’s Feststellung »einer Entwicklung vom Prosa-Schriftsteller zum Epiker« sei, vom ›Zauberberg‹ über ›Lotte in Weimar‹ bis zu den vier Josephbänden. In seinem Vortrag, ›Joseph und seine Brüder‹ habe er die Tetralogie ein »humoristisch verschämtes Menschheitslied genannt, gesungen in finsterster Zeit«. Diese Zeit habe ihn zu »Liedern gerechten Hasses, jenen Kriegsreden angeregt«, denen S. auch künstlerische Aufmerksamkeit geschenkt habe. Bittet die Prager Freunde zu grüßen, besonders Eisner und Professor Quapy. – In Kürze wird er auf der ›Westerdam‹ die Heimreise antreten.
