Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

September03

1900
München
Weist verärgert G.s Vorwürfe über seine elegantere Lebensführung zurück und rät ihm, sich in eventuellen Geldverlegenheiten an ihn zu wenden.
1905
Berlin
Der Aufenthalt in Zoppot, schön und angenehm im Anfang, habe mit unangenehmem Wetter geendet, so dass sie es vorzogen, eine Woche früher als vorgesehen abzureisen, sich noch eine Woche bei den Verwandten seiner Frau aufzuhalten »und ein gehegtes, vorzügliches Leben zu führen. Ach, Reichtum ist doch eine gute Sache, man sage, was man wolle.« – Ist beglückt und beschämt zugleich über ihre guten Worte über ›Fiorenza‹, das er selber für verfehlt halte: »Es ist ein sehr ehrliches und sehr absichtsvolles Werk, auch geistig und sprachlich nicht ohne Verdienst, aber als ganzes, als Kunstwerk genommen, doch mißgeboren.« Wünscht, dass seine Hand bei neuen Unternehmungen glücklicher sei. Es stehe allerlei in Aussicht: eine größere Novelle, eine Prinzengeschichte, sei begonnen, eine kleine »sehr unabhängige Novelle, die in Berlin W spielt, habe ich in den Ostseewochen geschrieben«, für einen Roman habe er nach Beendigung der ›Buddenbrooks‹ bereits Material gesammelt und ihn schon entworfen. – Möchte seine Frau in Travemünde in ihrem jetzigen Zustand der Neugier seiner Landsleute nicht vorstellen. Sie sei guter Dinge und habe in Zoppot mit ihm längere Spaziergänge gemacht. »So möge es bis zum guten Ende bleiben.«
1910
Bad Tölz
Berichtet von der Feier des 60. Geburtstags von Professor Pringsheim in Bad Tölz. – Kommt allmählich über den Schmerz um den Tod der Schwester hinweg.
1916
Bad Tölz
Ist begierig auf das Ergebnis der Bemühungen B.’s, freigestellt zu werden. Ist besorgt um die Kriegslage.
1920
München
Die Anfrage nach einem novellistischen oder essayistischen Beitrag für die ›Woche‹ müsse er leider verneinend beantworten. Die Arbeit am ›Zauberberg‹ lasse ihm keine Zeit für »Improvisationen«. Der Beendigungstermin sei unbestimmt; es verbänden ihn langjährige Beziehungen mit der ›Neuen Rundschau‹, die ein gewisses moralisches Recht auf den Vorabdruck seiner Arbeit habe. Nur aus wirtschaftlichen Erwägungen könne er sich vielleicht anderweitig binden. Er bitte um Mitteilung eines Vorabdruckshonorars.
1921
Lübeck
Ist in der gleichen Angelegenheit [erste Demarche betreffend Verleihung des Nobelpreises an Thomas Mann] von einem Vertreter des ›Svenska Dagbladet‹ gefragt worden. Möchte H. gerne mündlich seine Ansicht darüber sagen. – Teilt ihm die Münchner Adresse von Heinrich Mann mit.
1922
München
Teilt ihm wunschgemäß die Adresse von Madame Maury in Paris mit.
1929
München
Die Vereinbarungen über ›Königliche Hoheit‹ [eine Schulausgabe betreffend] erfreuen ihn sehr. Es ist ihm lieb, dass dieses Buch jetzt der amerikanischen Jugend zugänglich gemacht werden soll. Mit notwendigen Kürzungen ist er einverstanden.
1934
Küsnacht
Setzt L. nochmals nachdrücklich auseinander, wie sehr der Nationalsozialismus allem, was Zivilisation heißt, ins Gesicht schlägt und selbst für faschistische Gesinnungen anderer Couleur unerträglich ist. Hat den Plan einer Auseinandersetzung damit vorläufig aufgegeben; aber auch die Arbeit am dritten Band des ›Joseph‹ ruht; schreibt an ›Meerfahrt mit Don Quijote‹. – S. Fischers Ende stehe nahe bevor. – Aus Deutschland stellt sich viel Besuch ein.
1934
Küsnacht
Dankt für M.s Brief und Schrift. »Solche Studien und Forschungen sind jetzt die wichtigsten. Sie sind Beiträge zu einer modernen Anthropologie, einem vertieften Wissen vom Menschen und damit einer neuen Humanität.«
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