Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

November02

1900
München
Berichtet über seinen Gesundheitszustand, der sich nicht gebessert habe; er hoffe, bis Weihnachten aus dem Wehrdienst entlassen zu werden. – Es stimmt ihn wehmütig, wenn sein Bruder über sein Verhältnis zum Publikum und zum Erfolg schreibt, dass der Durchschnittsleser den Hauptreiz bei der Lektüre des ›Schlaraffenlands‹ im Erotischen statt im Satirischen und Sozialkritischen findet. – Für ihn begännen die Hauptsorgen mit den ›Buddenbrooks‹ erst jetzt. S. Fischer schlägt vor, nachdem er die erste Hälfte gelesen habe, das Buch auf die Hälfte zusammenzustreichen. »Über dieses Bubenstück von einer Zumuthung« sei Fischer selbst erschrocken, dass er es »ungeheuerlich nennt und beinahe um Verzeihung bittet«. Der Roman habe über 1000 Seiten, müsse in zwei Bänden erscheinen, würde 8 bis 10 Mark kosten und sei damit unverkäuflich. Er klammere sich daran, dass der Roman so erscheine, wie er ist, denn abgesehen von künstlerischen Gründen habe er einfach die Kraft nicht mehr, noch einmal die Feder daranzusetzen. »In meinem ausführlichen Antwortschreiben an Fischer habe ich mich auch entschieden geweigert, das Buch zusammenzustreichen, mich aber im Übrigen sehr nachgiebig und resigniert gezeigt. Ich bin, wie die Dinge liegen, bereit, jeden Contract zu unterschreiben, der auch nur den Anschein wahrt, alsob ich die Arbeit dreier Jahre nicht verschenkte. Er soll einen componieren, der ihn einigermaßen sicher stellt, der die Honorierung beschränkt, bedingt, verschiebt, der z.B. bestimmt, daß mir ein eventueller Verlust seinerseits von späteren Honoraren abgezogen werden soll. Aber er soll das Buch bringen, wie es ist. Zwischen langwierig und langweilig ist doch noch ein Unterschied!« Und dann habe er ihm gesagt, dass der Roman ja keineswegs das letzte Buch sei, das er ihm geben werde, und dass schließlich Alles darauf ankomme, ob er – auch als Kaufmann – ein bisschen an sein Talent glaube. Nun müsse er abwarten, was Fischer schreibt, wenn er den ganzen Roman gelesen hat. Es sei »schwierig, schwierig« und hindere ihn am Schreiben. – Einigt sich mit seinem Bruder darüber, dass ihnen die Mutter Fünftel-Teile der Zinsen auszahlen solle und nicht Sechstel.
1919
München
Dankt für B.s Brief über seine ›Betrachtungen‹, in dem diesem Buch viel Ehre erwiesen werde. – Ist in das Preisrichter-Kollegium berufen worden, das den von Konsul Lassen gestifteten Preis des Nietzsche-Archivs zu vergeben hat. Will sich dafür einsetzen, dass diese Auszeichnung diesmal ungeteilt an Oswald Spengler gelangt. Verteidigt dessen Werk gegen eine ablehnend zu verstehende Stelle in B.s Brief. »Der Spenglersche Fatalismus mag kühl anmuten, aber er ist im Grunde eine Maske, die Maske eines pessimistischen Konservativen, der spricht: ›Man kann nur noch die Vollendung der ›Civilisation‹ wollen, oder man kann gar nichts mehr wollen.‹«
1921
München
Gibt seine Ankunftszeit in Zürich bekannt.
1921
München
Beglückwünscht J. zu seinem neuen Roman; ist von der großen geistigen Schönheit ergriffen. Kritische Einwendungen über das Artistische: »Ich habe den Eindruck, daß die sprachliche Haltung des Gedichtes seinem Welt- und Lebensgefühl nicht überall mit voller Notwendigkeit verbunden ist. Wenigstens in frühen Teilen des Buches schien mir, als ob der Ausdruck Ihnen weniger gehöre, als das Ausgedrückte, und, für mein Teil in einer altertümlichen epischen Sphäre zu Hause, machte ich mich ein wenig steif gegen manche – wie sagt man – ›Steilheit‹ und ›Heftigkeit‹.«
1921
München
Reist am Sonntag, den 6., früh von München ab und hofft, abends ½ 6 Uhr in Zürich zu sein.
1923
München
Gibt Auskunft über zwei Aufsätze [die S. vermutlich in der Thomas Mann-Bibliographie von Oskar Jancke fand].
1925
München
Fand neulich das Buch von Wilhelm Spiegelberg ›Der Aufenthalt Israels in Ägypten‹ zitiert und bittet sie, es für ihn zu besorgen.
1926
München
Bittet, die Verspätung seiner Antwort zu entschuldigen. Er sei 14 Tage lang auf Reisen gewesen, hauptsächlich in Berlin, »welches eine die Kräfte sehr absorbierende Stadt ist«. Er nehme für Mai einen Besuch in Mailand »sehr gerne in vorläufige Aussicht«, aber er könne sich nicht schon jetzt binden.
1926
München
Es müsse »bei aller Einsicht in die Wichtigkeit Essens und seines Gebietes für das geistige Leben« bei seiner Absage bleiben. Begründet dies mit Reisen in akademischen Angelegenheiten nach Berlin und zu Vorträgen nach Wien und Budapest. Wenn B. als Buchhändler Sympathie für seine Produktion empfinde, so müsse es ihm »mit mir daran gelegen sein, daß diese nicht durch beständige Störungen von Seiten der Welt verhindert und lahm gelegt wird«. B. brauche sich auch »in Ihren literarischen Propagandaplänen kaum dadurch beeinträchtigt zu fühlen, daß ich mich vorerst nicht persönlich in Essen dem Publikum zeigen kann«.
1927
München
Reist Anfang Dezember ins Rheinland. Die Reise wird am 10. Dezember in Koblenz enden. Erbittet dorthin Nachricht an die ›Literarische Gesellschaft‹.
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...