Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

Oktober07

1904
München

Hat außer seinem Dank für ihre gütigen Zeilen »eine frohe Mär«: die Verlobung mit Katia Pringsheim. »Von meinem Zustand, der aus Verstörtheit, Seeligkeit und Erschöpfung unerhört gemischt ist, machen Sie sich keine Vorstellung [...] Verstehen Sie auch die Gewissensskrupel, mit denen ich zu kämpfen habe, – das moralisch-asketische Mißtrauen des Künstlers gegen das ›Glück‹?«. Hofft, dass alles nicht ganz schlecht ausgehen könne, dazu habe er das Mädchen, »ein ganz außerordentliches Geschöpf«, zu lieb. Muss jetzt die Vortragsreise nach Berlin und Lübeck um mindestens vier Wochen verschieben. Hatte sich mit seiner neuen Arbeit, »einem dramatischen Gedicht«, auf einen bestimmten Termin, Anfang November, verpflichtet. Kann also nicht an Virtuosenfahrten denken, obwohl der Berliner Verein schon »Billets« verkauft hatte. – Hat an Herrn Bade von dem Lübecker ›Litterarischen Verein‹ geschrieben. – Erkundigt sich, ob ihre Unpässlichkeit sich behoben habe.

1906
Berlin
Dankbrief für die Unterstützung des erkrankten Hermann Stehr [mit 6 Unterschriften, darunter Thomas Mann]
1909
Bad Tölz
Bittet, dass ein Artikel »aus der Feder des Herrn Dr. Richter« nicht in der Litterarischen Beilage sondern im Feuilleton erscheinen möge. Die Redaktion würde damit ein Prinzip durchbrechen, was sie nur tun könne, wenn sie dem Gegenstand des Aufsatzes ein über das intern Literarische hinausgehendes Interesse zugestehe. »Es ist wohl hoffärtig, aber ich glaube, für München hätten Sie gewissermaßen Recht damit.«
1910
Bad Tölz
Kurze Notiz: »Ihre Zustimmung hat mir sehr wohl getan.« [Zusammenhang unbekannt.]
1916
München
Dankt ihm für seinen in der ›Neuen Rundschau‹ veröffentlichen Aufsatz ›Geist und Volk‹.
1916
München
Obwohl endgültige und verbindliche Abmachungen [für eine Lesung?] getroffen wurden, wolle er »nicht auf meinen Schein bestehen«, sondern mit Bedauern zurücktreten.
1919
München
Dankt für G.s Besprechung der ›Betrachtungen‹.
1920
München
Bevor er sich bindend auf die Schweizer Tournee festlegt, wünscht er einen genauen Reiseplan mit Angabe der Bedingungen. Macht K. darauf aufmerksam, dass auch die Berner Freie Studentenschaft sich an ihn gewandt habe, und bittet K., sich mit ihr in Verbindung zu setzen. Möchte unbedingt Davos besuchen, möglichst am Schluss der Reise, und sich dort einige Tage aufhalten.
1921
München
Beurteilt eingehend seine Erzählung [›Doktor Angelo‹ ?], von der er einen guten Eindruck bekommen habe. »Sie hat viel Lebenswahrheit und zeugt von einer schönen, ernsten Kenntnis des Menschenherzens.« Rät zu einem weniger tragischen Ausgang. Sieht wegen der Publikationsmöglichkeit pessimistisch.
1921
München
Dankt für freundliche Übersendung seines Manuskriptes. »Sie tun sehr unrecht von mangelhafter Form zu sprechen, denn schmackhafter präpariert ist mir wohl noch kein Material vorgekommen.« – Teilt ihm den Vortragstermin in Zürich mit. Ob H. bei seinem hochherzigen Angebot betreffend der Wohnung bleibe?
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