Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

November08

1896
Neapel

Dankt für allzu pathetischen Brief und das beigelegte Gedicht, das dieselbe Stimmung habe, »die den Grundton meiner Novelle ›Der kleine Herr Friedemann‹ macht, die Sehnsucht nach neutralem Nirwana, Frieden und der Untergang im Geschlechtlichen«. Schildert den bisherigen Verlauf seiner Reise: Venedig, Ancona, Rom, wo sein Bruder blieb. Ihn zog es nach Neapel, »von dem ich mir eine Mischsensation aus Rom und Orient versprach«. Ist nicht enttäuscht worden, beobachtet fasziniert das neapolitanische Volksleben. – Denkt an seine Leiden: leidet an der Wissenschaft, an der Geschlechtlichkeit, »die alles Schöne als ihre Folge und Wirkung für sich in Anspruch nimmt! Ach, sie ist das *Gift*, das in aller Schönheit lauert!« – Klagt über seine finanziellen Verhältnisse, soll mit 400 Franken noch volle zwei Monate auskommen. Hofft auf Fischers Honorar für die ›Friedemann‹-Novelle und den Ankauf der Novelle ›Der Tod‹ durch den ›Simplicissimus‹.

1910
München
Schickt H.s Manuskripte mit dem Ausdruck seines Beifalls zurück. Hat an »Fr. St.« geschrieben und ihm mitgeteilt, dass er seine Zusage aufrechterhalte. Das Nähere sei noch zu verabreden. Es wäre ihm am angenehmsten, wenn H. nach seiner Rückkehr [aus Weimar] den Vermittler zwischen den Herren und ihm mache [Zusammenhang unbekannt].
1913
Bad Tölz
Gibt S. Fischers Auskunft über Übersetzungsrechte für deutsche Werke an ihn weiter. Glaubt, dass nach der Berner Konvention die tschechische Übersetzung von ›Im Schlaraffenland‹ rechtmäßig ist. – Schreibt aus tiefer Depression: hat sowohl menschliche wie geistige Sorgen. Katia Manns Krankheit ist noch nicht behoben, sein Sohn Klaus neigt zu Katarrhen, er ist durch den Bau des Hauses [in München] verschuldet. Leidet selber an Erschöpfung, Müdigkeit und Zweifel an der Berechtigung seines Schriftstellertums, übt überscharfe, depressive Kritik an seinen eigenen Werken. »Daß ich Dir so schreibe, ist natürlich eine krasse Taktlosigkeit, denn was sollst Du antworten.« Sieht mit Spannung Heinrichs Roman ›Der Untertan‹ entgegen.
1919
München
Dankt für die Übersendung von P.s Büchern und bittet ihn, seine lobenden Worte über den ›Babylonischen Turm‹ nicht auf die Buchbinde drucken zu lassen, sondern ihnen den Charakter des Briefauszugs zu lassen und an anderen Stellen, z. B. im Werbeprospekt, wiederzugeben.
1922
München
Stellungnahme gegen den Plan von Maurice Barrès, zur Sicherheit für Frankreich zwischen Frankreich und Preußen den selbständigen Staat ›Rheinland‹ aufzurichten.
1931
München
Hat K.s Gedichte »mit herzlicher Teilnahme« und »mit Bewunderung« gelesen. Würde es bedauern, wenn sich die Publikation verzögern würde. Verabredet sich mit K., um die Sache zu besprechen.
1933
Küsnacht
Hält Z.s Auswanderung nach England für richtig. Empfindet dessen Beschäftigung mit der Gestalt des Erasmus von Rotterdam als Rechtfertigung »der scheinbaren Zweideutigkeit, unter der wir leiden, und die wenigstens mich unter Emigranten schon beinahe so verhaßt gemacht hat wie bei denen ›drinnen‹«. ─ Über die ›Geschichten Jaakobs‹.
1935
Küsnacht
Denkt noch oft an ihre Zusammenkunft vor einiger Zeit zurück; sah Blanche K. während der Salzburger Festspiele, wo seine Frau und er den von Arturo Toscanini dirigierten ›Fidelio‹ hörten. – Erzählt von seinen Kindern. – Legt K. seine Gedanken über den dritten Band der ›Joseph‹-Trilogie dar, der jetzt schon so stark wie die beiden ersten zusammen sei. Will für die deutsche Ausgabe diesen Band teilen und den ersten Teil mit Josephs Liebesgeschichte in Potiphars Haus abschließen. Erwartet K.s Entschluss für die englische Ausgabe.
1935
Küsnacht
Dankt S. für den »sehr erfreulichen Aufsatz aus ›La Lumière‹«. Revanchiert sich mit einem anderen Aufsatz, der ihm noch besser gefallen habe als der ihre. Es seien über das Buch »sehr schöne, ja ergreifende Dinge« gesagt, deren sich auch der Verleger für seine Propaganda mit Nutzen bedienen könnte. Leider sei in beiden Artikeln der Name der Übersetzerin nicht genannt. Die Empfänglichkeit der Kritik wäre nicht so groß gewesen, wenn die Übersetzung nicht so gut zu der Wirkung der Werke beigetragen hätte. – Das Erscheinen des ›Jungen Joseph‹ werde sich noch verzögern. Der dritte Band werde außerordentlich umfangreich, so dass er eventuell in zwei Bänden erscheinen könnte. – Seine Frau und er hoffen auf eine persönliche Begegnung in Paris in nicht zu ferner Zeit.
1935
Küsnacht
Die Nachricht »über den entstehenden Leonardo« habe ihn sehr gepackt. Rät von einem Versuch der Unterbringung bei Zürcher Verlegern ab, weil da Ängstlichkeit und Kleinlichkeit herrsche. V. solle sich an Herbert Reichner wenden, der Stefan Zweig und »manches Weltläufige« herausbringe. Auch sei V. »bei Querido immer noch besser aufgehoben«. Sein Sohn Klaus sei im Augenblick in Küsnacht, Golo gehe in einigen Tagen an die Universität Rennes.
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...