Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

September22

1894
München

Verspottet G., der sich »nach freiem Künstlertum« sehnt, seinen ›Sudermann-Artikel‹ aber beim ›Brandenburger Anzeiger‹ nicht unterbringen kann, mit dem ironischen Ratschlag, zur Schauspielerei überzuwechseln und nach München zu kommen, wo ihn »Generaldirektor Ernst Possart [...] mit offenen Armen empfangen« würde. Hat selbst seine Stellung bei der Feuerversicherungs-Gesellschaft aufgegeben und will im Wintersemester ein Studium beginnen. Seit Ostern seien zwei neue Novellen entstanden. Man brauche aber Verbindungen wie die zur Zeitschrift ›Die Gesellschaft‹ oder die Protektion Michael Georg Conrads, der die Novelle ›Aus Mitleid‹ »talentvoll« genannt hat. – Plan eines Märchenspiels. – Spricht von seinen ehemaligen Schulkameraden Graf Vitzthum und Charlie Weber, mit denen er im Briefwechsel stehe.

1900
München
Bittet um seinen Besuch am Sonntagnachmittag. – Hat gestern abend die ›Tannhäuser‹-Aufführung versäumt. »Man schwatzt sich abends im Wohnzimmer beim Bier und bei der Cigarre fest und läßt die ehrenwertesten Entschlüsse dahinfahren.« – G. möge zwei Zeitschriften mitbringen.
1902
München
Steht vor der Abreise nach Riva, wird E. von dort aus schreiben. – Erwartet Paul E. aus Dresden.
1902
München
Hofft noch auf einen gemeinsamen Abend mit den Brüdern E. und seiner Schwester Carla vor seiner Abreise nach Riva.
1904
Berchtesgaden
Bedankt sich für verschiedene Drucksachen. Sch.s ›Junge Leute‹ hätte längst aufgeführt werden müssen und er verspreche einen schönen Erfolg. Fragt, ob Sch. zur Aufführung nach München käme.
1912
Bad Tölz
Bittet K. um Übersendung einer Anzahl von Abzügen seiner Fotografie.
1913
Bad Tölz
»Die Gedichte haben die hohe Meinung, die ich nach den ersten Proben von der heutigen ungarischen Lyrik gewann, nur bestätigt und befestigt.« Muss die Aufforderung, für die im Verlag Österheld erscheinende Anthologie ein Vorwort zu schreiben, ablehnen, da er der Aufgabe nicht gewachsen sei und sich nie ernstlich mit Lyrik beschäftigt habe.
1916
München
Lehnt es ab, im Anschluss an einen Artikel des Adressaten einen Beitrag für eine Anthologie zu schreiben. Die Worte des Adressaten seien zeitgemäß und eines Lagarde würdig, »der ebenfalls wußte, daß der Staat nicht das Vaterland ist, und daß es gewagt ist, dem ›Bureau‹ die Kunst anzuvertrauen«. Erfährt jedoch jetzt wieder, dass er sich nicht beschränken kann, indem ein geplanter kleiner Aufsatz sich zu einem Bekenntnisbuch auswachse, eine »Generalrevision meiner geistigen Grundlagen«. Danach werde er »auf lange, lange nichts mehr wollen als die freie Gestalt«.
1917
Bad Tölz
Dankt für die Übersendung von Gedichten, die ihm einen Eindruck von dem Stand der ungarischen Lyrik verschaffen. Lehnt es ab, für die im Verlag Oesterheld erscheinende Anthologie ein Vorwort zu schreiben.
1923
München
Bittet P., zu veranlassen, dass dessen »Leibblättchen« ihm einen Abzug seines Film-Beitrages [s. Brief an Klaus Pringsheim vom 3.7.1923 / Reg. 23/53b] schickt, den er jetzt brauche. – Hofft, dass P. ihm nicht gram sei [s. Postkarte an Klaus Pringsheim vom 5.9.1923 / Reg. 23/65a]. – P.s Brief an Brunoncken [unleserlich] sei »ein keckes Reiterstückchen«. »Ärgern wird es ihn schon, und das ist ihm sicher zu gönnen.« [Zusammenhang unbekannt.]
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