Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

Oktober11

1902
Riva
Sch. habe ihm mit einem Brief [nicht ermittelt] eine große Freude gemacht. »Einem Zusammentreffen wie dem unsrigen sehe ich immer mit Furcht und Widerwillen entgegen«, denn in den meisten Fällen enttäusche man oder werde enttäuscht. Diesmal sei es anders gekommen. Man verstehe sich am besten in dem Punkte, »daß wir aller Bohèmeliederlichkeit, der körperlichen wie der geistigen, aus einem bürgerlichen Instinkte heraus feindlich gesinnt sind«.
1918
Werbetext für die ›Betrachtungen‹.
1920
München
»Wie sollte ich nicht einverstanden sein. Auch Bertram wird sich herzlich freuen. Mit Ungeduld sehe ich der Neubearbeitung entgegen.« [Vermutlich Anspielung auf die Widmung in der Neuauflage des ersten Bandes von W.s ›Die deutschen Lyriker‹: »Thomas Mann und Ernst Bertram zu eigen«]
1926
München
Besuchte zusammen mit seiner Frau und Ernst Bertram seine Tochter Monika in Lausanne. Sie wohnten in Ouchy und kamen auf der Rückreise durch mehrere Schweizer Städte, so Schaffhausen mit dem Rheinfall. – Spricht nächstens im Berliner Rundfunk über Joseph Conrad; hofft danach auf Ruhe und Arbeit. – Las »mit Kopfschütteln« einen Artikel im ›Tagebuch‹ über eine Plagiataffäre [Paul Zech soll in seinem Vorabdruck ›Sommerliche Landschaft‹ im ›Berliner Tageblatt‹ vom 6.8.1925 eine ganze Anzahl von Stellen, Bildern und Wortverbindungen aus Alfred Putzels Buch ›Fliegender Sommer‹ entnommen haben].
1927
München
Dankt V. für die Übersendung seines Aufsatzes über den romanischen Roman, »dieser so profunden wie unterhaltsamen Arbeit«.
1931
München
Dankt für das Erlebnis einer ›Oberon‹-Aufführung [in Berlin].
1933
Küsnacht
Hat schon viel in W.s Studie über den ›Zauberberg‹ gelesen; rühmt das Maß »von Studium und Erkenntniskraft«. Begrüßt es, dass das Buch in den USA so viel »aufmerksames Entgegenkommen gefunden« hat, auch andere würden für diese »eindringlich erläuternde Leistung« W. Dank wissen. – Führt seit sieben Monaten ein Emigrantenleben; an die neue Existenzform habe er sich gewöhnt, bejahe sie sogar. Er schweige zwar »draußen« und stimme »in die Vermaledeiungen der Emigrantenpresse nicht ein«. Aber er dokumentiere dadurch, dass ein Mensch wie er heute in Deutschland nicht leben könne. Er wisse, dass ein Verhaftungsbefehl gegen ihn vorliege, er käme in ein Konzentrationslager. Dreiviertel seines Vermögens habe er geopfert »für meine Freiheit – ich meine mehr die innere als die äußere«. An den täglichen Geschehnissen in Deutschland begehre er nicht schuld zu sein.
1934
Küsnacht
Dankt für K.s Mitteilungen [über den Vorabdruck der ›Meerfahrt mit Don Quijote‹]. Freut sich darauf, »einmal Dauergast der Neuen Zürcher zu sein«. Bittet um Zusendung der betreffenden Nummern und Überweisung der »600 Fränkli« auf sein Konto bei der Rhätischen Bank in Arosa. – Hat an Max Rychner einen Brief über die Schweiz geschickt [nicht ermittelt], aber noch nichts weiter darüber gehört, als dass es »in Zürich schmerzlich berühren würde, daß ich dem patrizischen Basel und nicht dem europäischen Zürich gewissermaßen die Palme reiche«. K. möge sich den Brief einmal zeigen lassen, ob das, was er geschrieben habe, in Zürich anstoßen kann.
1935
Küsnacht

Dankt für B.s Besuch, der ihn erfreut hat. – Schreibt das Vorwort zu einem Buch über Wassermann.

1939
Princeton, NJ
Beglückwünscht L. zur geplanten Eröffnung eines österreichischen Theaters in Princeton. Es sei ein Beweis, dass sich das Gute nicht verbannen lasse und sich behaupte. Übersendet einen Scheck als kleine Gabe für die mitwirkenden Schauspieler, von denen manche ihm in dankbarer Erinnerung geblieben seien [das Theater musste nach kurzer Zeit geschlossen werden].
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