Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

Oktober17

1903
München
Verabredung zu einem Abendessen bei E. am 18. Oktober und bei ihm am Montag.
1904
München
Teilt mit, dass er sich vor einigen Tagen mit Katia Pringsheim verlobt habe, der Tochter des Universitätsprofessors Dr. Pringsheim. Will möglichst schnell seine ›Fiorenza‹ zu Ende bringen und muss daher die geplante Vorlesung in Berlin verschieben. Bedauert, aus diesem Grund Wassermann nicht dort treffen zu können. Ermuntert sie, in der Lektüre von Gobineaus ›Renaissance‹ fortzufahren. »Es ist ein wundervolles Buch.«
1905
München
Äußert sich dem Regisseur L. gegenüber über den 3. Akt der ›Fiorenza‹.
1909
Bad Tölz
Kehrt am 22. Oktober nach München zurück. »Wir können uns also treffen und sprechen [...]«. Will dann etwa am 26.10. mit seiner Frau und seinem Bruder Heinrich nach Nizza weiterreisen.
1910
Bad Tölz
Dankt für B.s Besprechung der Briefe Fontanes. Findet, dass sich die beiden Arbeiten gut ergänzen.
1910
Bad Tölz
Beglückwünscht ihn zur Beendigung seines neuen Romans. – Kehrt am 25. Oktober nach München in die neue Wohnung in der Mauerkircherstraße zurück.
1916
München
Da er voraussichtlich Ende Oktober in Breslau lesen werde, und nachdem die Verhandlungen mit dem Berliner Verein der Kaufleute und Industriellen wegen einer Lesung gescheitert sind, könnte er, O.’s Wunsch folgend, zum Besten des Mutterschutzes und womöglich im Berliner Herrenhaus lesen. Ist sich aber nicht im Klaren, ob sein derzeitiges Programm, die Anfänge seiner Hochstapler-Memoiren, auch seriös genug sei.
1918
München
Dankt für ihren Brief und ihren Aufsatz, mit dem er sich ausführlich auseinandersetzt. Stimmt ihren Gedanken im Allgemeinen zu, meint aber, dass man ohne den »Hilfsbegriff« und die »Verständigungsformel« des Romantischen bei der Beurteilung der politischen Lage nicht auskomme. »Was ist es denn, was in meinesgleichen gegen die demokratische Einebnung Deutschlands protestiert, als die Anhänglichkeit an das ›romantische‹, das kaiserliche Deutschland [...]? Solange noch ein Kaiser an der Spitze steht, ist das romantische, das mittelalterliche Deutschland nicht tot.« Es gehe bei der Einreihung Deutschlands in die rationalistische Zivilisation einfach um seine Entromantisierung. Er fragt sich, was aus dem Hause Hohenzollern werden soll, das am Ende nicht einmal in Preußen bleiben könne. – Ist über Thomas Woodrow Wilsons Haltung verärgert, indem »der Diplomat über den Philanthropen täglich mehr die Überhand gewinnt« und dessen Forderungen sich stetig steigern, ohne sich selbst zu binden. – Sieht ihrer Besprechung [der ›Betrachtungen‹] mit Vertrauen entgegen.
1920
München
Bringt seine Freude und Genugtuung zum Ausdruck, dass Kärnten österreichisch, dass es deutsch bleiben wolle. Wir Deutschen hätten damals die Waffen gestreckt in dem »Glauben an die überlegene Tugend, Gesittung und moralische Fortgeschrittenheit« der Gegner, der nicht nur von außen gepredigt worden war, sondern auch aufs Wirksamste von innen. »Aber wir haben aus dem Triumph, den unsere Gutgläubigkeit den Gegnern bereitete, soviel Unrecht und greulichen Unsinn wachsen gesehen, wir sind von dem Laufe der Welt so enttäuscht und angeekelt, daß eine rechtschaffene Kunde, wie die von dem Ergebnis der Kärntener Volksabstimmung, uns ein wahres seelisches Labsal sein muß.« Glaubt als Diener am deutschen Wort, dass einmal alles, was deutsch spricht, in *einem* Staat und Reich versammelt sein müsse.
1921
München
Er habe am Samstag den 24. einen Vortrag in Hamburg zu halten. Als Termine für die Akademie kämen für ihn der 25., 26. und zur Not auch der 27. in Betracht. »Länger kann ich mich unmöglich herumtreiben.«
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