Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

Oktober04

1902
Riva
Bedankt sich für verschiedene Sendungen. Bedauert, Sch. und dessen Gemahlin in München nicht nochmals gesehen zu haben. Er hoffe, dass Sch. bald wieder nach München komme, »und zwar, um vorzulesen«.
1904
München
Hat sich mit Katia Pringsheim verlobt. »Bei der Hochzeit werde ich ›Königsohns Brautfahrt‹ spielen lassen.« [Anspielung auf den so bezeichneten Satz aus E.s Orchestersuite ›Aus deutschen Märchen‹, unter dem Titel ›Romantische Suite‹ erschienen].
1904
München
Hat sich mit Katia Pringsheim verlobt.
1905
München
Bedankt sich »in Bausch und Bogen« für mehrere Arbeiten von Sch., »mit besonderem Respekt zu nennen« dessen Kreisler-Vigilien. Bie, der seiner Meinung nach nichts Persönliches gegen Sch. habe, käme hierfür nicht in Betracht, sondern Heimann. Er verhehle nicht, dass Sch. auch seiner Meinung nach besser zu dem Wiener Verlag [?], mit dem sein Bruder liiert sei, passe als zu Fischer. Wenn die Romane seines Bruders schlecht seien: wer schreibe diesem heute in Deutschland einen solchen Essay nach wie den Flaubert-Aufsatz? Berichtet von eigenen Arbeiten und fragt, ob Sch. der dritte Akt von ›Fiorenza‹ garnichts gesagt habe.
1917
München
Dankt für die Hindenburg-Festnummern: sie dienten als Krankenlektüre (Darminfektion). Liest zur Zeit Tolstois ›Krieg und Frieden‹. Bekennt sich sehr zum Russischen, »wie mich sein Gegensatz zum Franzosentum und seine Verachtung desselben erheitert, der man in der russischen Literatur auf Schritt und Tritt begegnet... Seit Jahren ist mein Herzenswunsch: Verständigung und Bündnis mit Rußland«. Äußert sich zur politischen Lage. – Plant eine große Vortragsreise durch Deutschland. Will vorher die ›Betrachtungen‹ abschließen; das Kapitel über Pfitzner erscheint in der ›Neuen Rundschau‹. – Las zum ersten Mal Adalbert Stifter, dem er sich sehr verbunden fühlt.
1919
Feldafing
Hat P. persönlich kennengelernt und bejaht diese Verbindung, die er selbst eingeleitet habe. Hat sich mit P.s Erstlingswerk ›Jungfräulichkeit‹ und der Novelle ›Der Meister‹ eingehend beschäftigt.
1920
München
Wird versuchen, S.s Wunsch wegen der Korrektur nachzukommen, – bittet aber, den Artikel erst einmal zu setzen, wie er vorliege.
1920
München
Dankt für das schöne Büchlein. Interessiert sich besonders für die Passage über die kleine Levetzow.
1920
München
Hat nicht das Bedürfnis, sich über den Gegenstand öffentlich zu äußern [Näheres nicht ermittelt].
1924
München
Er wende sich »in einer Art von komischer Seelennot« an S., um Rat und Schutz zu finden »gegen drohende Unbilden«. Er habe sich auf eine Vortragsreise eingelassen und ihm graue vor diesen Wochen, »während welcher ich mit meinem Handkoffer in Deutschland herumfahren und lungern soll«, ein Zeit- und Gesundheitsverlust, der höchstens einen Reingewinn von 7000-8000 Mark brächte. Sieht ein, dass er sich lächerlich mache und seiner Vertrauenswürdigkeit Abbruch tue, wenn er die getroffenen Abmachungen rückgängig mache. »Aber mein Verlangen, davon loszukommen, kennt tatsächlich keine Scham.«
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