Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

Oktober23

1909
München
Bittet Heinrich, in Mailand für Katia Mann und ihn Zimmer zu bestellen. – Katia Mann danke für das »wunderhübsche Bilderbuch«.
1910
Bad Tölz

Liest zum ersten Mal erzählende Prosa von W. und bewundert deren Intensität und Stärke. – Schreibt am Roman ›Felix Krull‹; wird bald mit den Weihnachtsbeiträgen für das ›Berliner Tageblatt‹ und die ›Neue Freie Presse‹ beginnen. Hat einen bunten Winter vor sich: Lesung in Weimar; in Berlin wird ,Fiorenza‹ »exekutiert«, Vortragstournee durch 8 rheinische Städte.

1912
München
H.’s Plan enthalte viel Reizvolles für ihn. Wenn S. Fischer diesem Plan kühl gegenüberstehe, so habe das nichts zu bedeuten. Die kleine Arbeit brauche ja nicht bei Fischer zu erscheinen. Verwahrt sich dagegen, dass er H.’s Plan und Ausführung unterstützt habe. Er brauche sich auch nicht darum zu kümmern, was andere über ihn, Thomas Mann, geschrieben hätten. – Berichtet von der geplanten Vortragsreise im Winter, wobei er auch ›Das Wunderkind‹ vorlesen werde.
1913
Bad Tölz
Dankt für eine Büchersendung, die ihm mehrere angenehme und angeregte Stunden bereitet hat. Erkennt immer mehr, dass die ungarische Literatur nicht nur nach den ungarischen Theaterstücken beurteilt werden darf, die in Deutschland gespielt werden. Besonders Desidér Kosztolányis Novellen hätten ihm gefallen: »es sind überaus frische, kecke, scharfe Sachen«. Bittet F., dem Verfasser für die liebenswürdige Widmung zu danken. – Wird am 4. Dezember in Wien lesen und ist bereit, für ein Honorar, das den zeitlichen Aufwand lohnt, am 5. und 6. Dezember nach Budapest zu kommen. – Lehnt den Wunsch der Redaktion ›Világ‹ ab, einen Beitrag für die Weihnachtsnummer zu schreiben: er sei mit einer größeren Erzählung beschäftigt, die im Frühjahr erscheinen soll; wird dann wieder zu einem begonnenen Roman zurückkehren.
1913
Bad Tölz
Teilt H. mit, dass das Interview, das in der ›Frankfurter Zeitung‹ vom 5. Oktober veröffentlicht wurde, von ihm »verquatscht« sei. Ein Leserbrief habe dann richtiggestellt, dass der »Hinfall«» nicht mit der kleinen Ulrike, sondern mit Fräulein Lade in Wiesbaden passiert sei. Er habe das durcheinandergebracht, wie er es als Novellist unbedenklich durcheinandergebracht haben würde. – Ist auf die ›Welt am Montag‹ neugierig [Zusammenhang unbekannt].
1918
München
Dankt für die Übersendung der ›Lübeckischen Blätter‹ mit der Besprechung der ›Betrachtungen‹. Hat den Aufsatz »mit größter Rührung« gelesen, anerkennt ihre Mittlerdienste zwischen ihm und der Heimat. Hätte es gern gesehen, dass anhand der Betrachtung des Kapitels ›Bürgerlichkeit‹ noch stärker auf das Heimatlich-Überlieferte, das Ahnenmäßige, das ihm im Krieg erst recht bewusst geworden sei, hingewiesen worden wäre. Ebenso sei der Bruderkonflikt, den er in einer überpersönlichen, symbolischen Erhöhung behandelt hatte, durch Namensnennung zu einer Art politischen Denunziation geworden, besonders wenn Worte wie »Deutschfeindlichkeit« usw. in dem engen Rahmen einer Besprechung damit in Verbindung gebracht würden. Aber: »Sie mußten so schreiben und ich mußte zusammenzucken.« Dankt für den Hinweis auf Villers‹ Briefe, die er zwar schon gelesen hatte, aber für die ›Betrachtungen‹ wieder hätte hervorholen sollen.
1921
München
Bestätigt E. auch schriftlich, was er ihm mündlich über dessen Operndichtung gesagt habe: die Lektüre habe schöne Erwartungen von der Erscheinung des Werkes »in seiner wahren und vollen Gestalt und Wirklichkeit« erweckt. Es sei eine »wahrhaft musikalische Konzeption, deren seelisches, geistiges und sinnliches Leben sich natürlich erst mit und in der Musik erfüllt«.
1924
Sestri Levante
Reist von Sestri direkt nach München zurück; der Umweg über Florenz mit den Kindern wäre zu umständlich. Hofft auf einen Besuch bei R. im nächsten Frühling auf einer Italienreise.
1925
München
Sendet eine Fotografie. »Die Unterschrift war nicht gut darauf anzubringen, kann aber ja wohl ergänzt werden.«
1926
Zweifle nicht, »daß die beiden Bände Ihrem zugleich mondänen und lyrischen Talent viele neue Freunde und Bewunderer erwerben werden«.
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