Thomas MannBriefe

Thomas Manns Briefwerk umfasst mehr als 20 000 Briefe. Die Online-Plattform ›Thomas Mann Briefe‹ hat das Ziel, die Korrespondenz des Schriftstellers umfassend zu dokumentieren und wird laufend erweitert. Durchsuchen Sie Metadaten und inhaltliche Zusammenfassungen zu aktuell mehr als 16 000 Briefen. Die Daten basieren auf der fünfbändigen Buchausgabe ›Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register‹ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). Mehr über das Projekt

September02

1900
München
Dankt für G.s Bild mit Widmung. Hofft, ihn in verschiedenen Theatervorstellungen zu sehen. Hat nicht übel Lust, sich G. bei seinen Ausflügen auf das Land anzuschließen, »denn ich langweile mich«. Bittet ihn sonst, bei ihm einmal vorzusprechen. – Erhielt G. Pernauhms Roman mit Widmung. – Hat sich entschlossen, sich bei der Feldartillerie zu melden, um dem Turnen bei der Infanterie zu entgehen; hat die Turnstunde in der Schule noch in böser Erinnerung.
1913
Bad Tölz
Hat H.’s neue Komödie [›Marys großes Herz‹ (?)] gelesen und kritisiert daran, dass sie in Versform hätte geschrieben werden müssen. – Hat ein Vorwort zu dem Roman eines jung verstorbenen Dichters verfaßt.
1916
Bad Tölz
Wünscht W. Glück zu dessen großem Abenteuer. Dass er es mit dem Vorhaben verbindet, aus dem ›Friedrich‹ zu lesen, freut ihn; das Buch sei in der Armee sehr beliebt. Weiß nicht, wann er mit seinen ›Betrachtungen‹ fertig wird; ein autobiographisches Kapitel daraus wird die ›Neue Rundschau‹ vorabdrucken. Kennt keine Kriegsnovellen und vermeidet es, solche zu schreiben; erwähnt die Kriegsgedichte Hans Reisigers, die er sehr liebt. Macht sich Gedanken über einen möglichen Fall Deutschlands.
1919
München
Nimmt dankend die Einladung, dem Preisrichter-Kollegium des Nietzsche-Archivs beizutreten, an. Ohne Schwanken würde er in erster Linie als preiswürdig Spenglers ›Untergang des Abendlandes‹ bezeichnen. Er halte das Werk »ebenso sehr für das Buch des Augenblicks, wie das Buch der Epoche, ein Buch voller Schicksalsliebe und Tapferkeit der Erkenntnis, worin man die großen Gesichtspunkte findet, die man heute gerade als deutscher Mensch braucht«. Es sei ein Buch aus dem Geist Nietzsches. Fast möchte er vorschlagen, dieses Buch demonstrativ als einziges auszuzeichnen. Wenn nicht, stelle er sich folgende Rangordnung vor: »1.) Spengler. 2.) Gundolf. 3.) Vaihinger. 4.) Keyserling.« Das letztere bezeichnet er als »etwas weltmännisch-dilettantisch«.
1919
München
Inhalt unbekannt.
1919
Glücksburg
Ist zu einer Lesung bereit. Sein Honorarsatz sei vor dem Kriege 500 M für eine einzelne Lesung gewesen. Bei einer Kombination von 6-8 Städten könne er seine Forderung auf 2500-3500 M herabsetzen.
1924
München
Dankt E. für seinen Novellenband. Hat ihn »mit Hochachtung vor Ihrer warmen, ernsten und bewegten Erzählkunst und mit aller menschlichen Teilnahme gelesen«. Nach dem ›Zauberberg‹ werde auch die Novelle vorderhand sein »Feld« wieder sein. »Eine Composition wie den ›Zauberberg‹ werde ich sobald nicht noch einmal unternehmen.«
1924
München
Eine Sendung mit Fotoabzügen sei bei ihm nicht eingetroffen.
1925
München
Dankt für R.s freundliche Einladung. Sie werden mit den Kleinen am 8. September nach Forte dei Marmi reisen, wo sie im Grand-Hotel unterzukommen hoffen. Ende September werden sie R. in Florenz besuchen. Vielleicht werden sie auch wegen »der Kinderbagage« direkt nach Hause fahren. – Freut sich, dass der ›Zauberberg‹ R. fesselt. »Es geht ja offenbar mehr Menschen so, und ich muß sagen, wenn ich hineinsehe, so fesselt er mich selber.« Bittet um ein Resumée von R.s Eindrücken nach Beendigung der Lektüre.
1927
Kampen, Sylt
Will gern beim Knaur-Verlag auf M. hinweisen. »Hoffentlich ist gerade etwas für Sie frei.« Fordert M. dazu auf, dem Verlag einen bestimmten Vorschlag zu machen.
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