Thomas Mann an Lavinia Mazzucchetti
- Zeitraum
- Dienstag, 9. Dezember 1947
- Datierung
- 9.12.1947
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Verspricht ihr, an Mondadori zu schreiben und sich für eine rasche Förderung der italienischen Gesamtausgabe, besonders von ›Lotte in Weimar‹ einzusetzen. – Ein Exemplar des ›Doktor Faustus‹ werde ihr von der Druckerei aus zugehen, ebenso ein Heft der ›Neuen Rundschau‹ mit dem Nietzsche-Aufsatz. Hat für die innerdeutsche Ausgabe des ›Faustus‹ und für die Übersetzer eine Liste von Kürzungen und Erleichterungen hergestellt, und an sie abgehen lassen. Die Aufnahme des Romans durch die Schweizer Presse habe alle seine Erwartungen übertroffen: »Ich kenne seine schleppenden Mängel und habe das Gefühl, dass ich es immer noch zu früh aus der Hand gegeben habe. Es war sonst immer so, dass meine umfangreicheren Bücher, wie namentlich ›Buddenbrooks‹ und ›Der Zauberberg‹ aus kleinen und bescheidenen Vorsätzen erwuchsen. Diesmal war der Vorsatz selbst schon groß, und ich kann nur hoffen, dass das dem Werk nicht geschadet hat.« – Über Hans Carossas Besuch in Zürich hat der Redakteur der ›Weltwoche‹ ihm auf ihre Anregung seinen Artikel geschickt. Er hatte ihn seinerzeit wegen dessen Teilnahme an dem Weimarer Kongreß »den armen Carossa« genannt und hatte jetzt eine Äußerung von ihm gehört, wonach dieser ihm mit dieser Bezeichnung recht gegeben habe. – Hat die Einleitung zur amerikanischen Goethe-Ausgabe nun geschrieben und »fange nun an, von neuen Dingen zu träumen und sie mit gewohnter Bedächtigkeit vorzubereiten«.
