Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Dienstag, 17. Februar 1948
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Ist neugierig und auch etwas besorgt, wie der ›Doktor Faustus‹ auf sie wirken wird. »Denn es ist ein trauriges, ja unheimliches Buch […] Aber schließlich, wie soll ein Buch anders als düster sein, das den Versuch macht, unsere Epoche in sich aufzunehmen, die Situation der Kunst, der Kultur, des Menschen von heute selbst darzustellen! Ich kann nur hoffen, daß ein Schimmer von Geist, Güte, Ironie all die Schrecknisse erträglich macht.« Sein Leben fließt nach der Reise ruhig dahin: Der Goethe-Aufsatz für die Dial Press ist fertig, ebenso eine autobiographische Vorrede für die einbändige Gesamtausgabe von ›Joseph und seine Brüder‹ für Knopf; liest jetzt viel Mittelhochdeutsch und informiert sich über die Kirchen in Rom im 9. und 10. Jahrhundert. Er möchte die Legende Hartmann von Aues, ›Gregorius, der »gute Sünder«‹, in moderner Prosa nacherzählen. »Es ist eine fromme Groteske, bei deren Conception ich viel lachen muß, handelt aber eigentlich von der *Gnade*.«

Erwähnungen

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