Thomas Mann an Félix Bertaux

Zeitraum
Freitag, 12. März 1948
Datierung
12.3.1948
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Hörte von B.s Frau von dessen Erkrankung, die keine Korrespondenz zulasse. Wünscht B. baldige Besserung und vertraut auf dessen elastische und widerstandsfähige Natur. – Schickt seinen Freunden den ›Doktor Faustus‹ »mit einem bedrückten Gewissen«: es sei eine Zumutung, den Empfänger mit einer solchen Leseverpflichtung zu belasten. Andererseits wünsche er dieses »sonderbare Produkt« in den Händen seiner Freunde zu wissen. Es sei dem Buch eine gewisse Erregung eingeboren; nie habe er »etwas Direkteres und Persönlicheres« geschrieben. Er empfinde das Buch als eine Art von »Geheimwerk«. »Ein ungewöhnliches Vorkommnis ist es ja, daß ein Mann über siebzig sein ›wildestes‹ Buch schreibt.« Es sei die Schuld und das Verdienst dieser fragwürdigen Epoche, die dieser Roman zu umfassen versucht. – Einmal in der Woche komme sein Bruder Heinrich zum Abendessen und dann sprächen sie von B. Heinrichs Stimmung sei jetzt heiter und ausgeglichen, trotz des Mangels an Verständnis für seine Bücher in diesem Lande. – Schickt B. eine Kaffeesendung.

Erwähnungen

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