Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Mittwoch, 28. April 1948
Datierung
28.4.1948
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Teilt ihre Sorge um Amerika, das nach seiner Meinung »auf falschen Wegen geht und Gefahr läuft, sich moralisch *und* physisch zu ruinieren«. ›Doktor Faustus‹ fährt fort, in Europa die Gemüter zu erregen; der Roman wird aber in der englischen Übersetzung sehr auf ihre Interpretationen angewiesen sein. Mahnt sie, nicht zu sehr zu loben; die Redaktionen wollen mehr Kritik als Lob. Damals hatte die ›New York Times‹ ihre »Objektivität« bei der Besprechung des »Provider« vermisst. Alfred A. Knopf wird den ›Faustus‹ erst nach der einbändigen Ausgabe des ›Joseph‹-Romans herausbringen, wahrscheinlich im Spätherbst. »Dichtet« jetzt gewissermaßen am ›Doktor Faustus‹ fort, indem er den mittelalterlichen ›Gregorius‹ noch einmal erzählt, wie er nach der Vollendung des Joseph-Romans die Moses-Novelle »hinwarf«. »Mich verlangt durchaus nach Komik.« Teilt ihr mit, dass seine Fraktur gut geheilt sei. »Aber Heilen ist eine geheime Arbeit, und ich spüre das. Gottlob kommt jetzt ›meine Jahreszeit‹. Die Gärten sind schon bunt von Blumen, und die Vögel rufen.«

Erwähnungen

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