Thomas Mann an Friedrich C. Sell
- Zeitraum
- Mittwoch, 14. Juli 1948
- Datierung
- 14.7.1948
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt S. für dessen ›Faustus‹-Aufsatz und fügt eine Anzahl lobender und kritischer Bemerkungen hinzu: Die Motivierung von Zeitbloms Einschaltung »durch die Bewunderung« sei ein interessanter psychologischer Gedanke; das eigentümlich »Wirkliche«, das dem Roman anhaftet, gehöre zur Montage-Technik, durch die reale Personen, Porträts und Namen in die Fiktion gemischt wurden. S. irre in der Annahme, dass Karl Wolfskehl und Stefan George im Roman vorkämen. Dieser werde durch seinen Jünger Ludwig Derleth vertreten. Bei der Werbegeschichte werde immer an das Dreieck in Shakespeares Sonetten erinnert, ebenso an Dramen, in denen das Motiv der treulosen Werbung eine Rolle spielt. »Rudi’s Tod ist ein praemeditierter, vom Teufel verlangter Mord.« Bestreitet, dass die Musikdarstellungen und -realisationen einen »unverhältnismäßigen Platz« einnähmen. »Übrigens ist Musik auch dort, wo nicht von Musik die Rede ist.« Das Buch sei eben ein Musik-Roman, »beinahe der Roman der Musik […]«.
