Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Mittwoch, 21. Juli 1948
Datierung
21.7.1948
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Erklärt ihr, dass der Unterschied zwischen James Joyce und ihm nicht so groß sei wie ihre geistige Verwandtschaft; zum Beispiel zwischen dem ›Ulysses‹ und dem Joseph-Roman. Seine größere »Zugänglichkeit« beruhe auf seinem Traditionalismus: er habe immer Sinn für die Kühnheit des Klassischen gehabt; allerdings sei in seinem Traditionalismus viel Parodie. Das Protestantische sei seine Überlieferung, wie die deutsche Kultur nun einmal wesentlich protestantisch sei. Aber sein Heimweh nach vorschismatischen europäischen Zeiten gehöre auch dazu. Das Katholische habe ihn oft angezogen, wie in Claudels ›L’Annonce faite à Marie‹. – Erörtert die Möglichkeit eines amerikanisch-russischen Krieges, bedauert die allzu laute Propaganda des Rüstungsgeschäftes; Frankreich und die Beneluxländer hätten Amerika deutlich gemacht, dass Berlin kein Kriegsanlass werden dürfe. Freut sich, dass der ›Book of the Month Club‹ den ›Doktor Faustus‹ als Monatsgabe gewählt hat. Unterbricht die Arbeit am ›Erwählten‹ und schreibt die Entstehungsgeschichte des ›Doktor Faustus‹, die allerdings nur etwas für seine Freunde sein wird.

Erwähnungen

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