Thomas Mann an Redaktion ›St. Louis Post-Dispatch‹, St. Louis, MO
- Zeitraum
- Sonntag, 4. Juli 1948
- Datierung
- ohne Datum [laut Tagebuch: 7.1948]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Beantwortet die Zeitungsumfrage ›Has America fulfilled Your Hopes?‹. Er sei nach den Wirren in Deutschland und auch nach der unsicheren Situation in der Schweiz kurz vor Ausbruch des Krieges nach Amerika gekommen, wo er als Bürger und Künstler arbeiten konnte. Seine Naturalisation sehe er als Verpflichtung an; fühlt sich dieser Nation voll zugehörig, insbesondere unter der Präsidentschaft von Roosevelt. Die jetzt in der ganzen Welt herrschenden unsicheren Tendenzen seien auch an Amerika nicht vorbeigegangen. Wohl herrsche hier Freiheit, aber auch ein gefährlicher Imperialismus und Nationalismus, ebenso wie in Russland. Alles müsse versucht werden, um einen atomaren Konflikt zu vermeiden; man müsse darauf hinwirken, dass der Gedanke an einen etwaigen Präventivkrieg gar nicht aufkommen könne. Er denke, so wie sein englischer Freund Harold Nicolson: In den USA müsse man unterscheiden zwischen Wetter und Klima. Das Wetter sei zur Zeit zwar schlecht, das Klima aber ausgezeichnet. [Die Zeitungsumfrage wurde von Erika Mann nach einen ›Vortrag‹ von Thomas Mann beantwortet.]
