Thomas Mann an Dr. [?] Roterberg
- Zeitraum
- Montag, 1. November 1948
- Datierung
- 1.11.1948
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
R.s Brief erreichte ihn zu spät, so dass es ihm nicht mehr möglich ist, einen Beitrag für das Heft von R.s Zeitschrift beizusteuern, das der ersten Tagung des deutschen PEN-Clubs in Göttingen gewidmet sein soll. Sendet seinen Kollegen seine herzlichen Grüße und erinnert sie daran, dass er auf der Arbeitssitzung des Internationalen PEN-Kongresses in Zürich für die Wiederbegründung einer innerdeutschen Gruppe eingetreten sei. »Ich sagte, es könne dem deutschen Geistesleben, ja der allgemeinen seelischen Verfassung Deutschlands, auf die es doch sehr ankomme, nur von Nutzen sein, und manches bittere Isolierungs- und Vereinsamungsgefühl beseitigen, wenn eine Anzahl hervorragender deutscher Schriftsteller durch die Zugehörigkeit zu einer internationalen Organisation wie der unsrigen sich mit der weiten Welt verbunden wisse.« Das Argument fand Zustimmung, besonders bei den Engländern, weniger bei den Franzosen und Belgiern, die »Garantien« forderten. Die seien ja durch die Zusammensetzung der Gruppe gegeben. Hofft, noch einmal auf einem PEN-Kongress mit seinen deutschen Kameraden zusammenzutreffen.
