Thomas Mann an Joseph Gerard Brennan
- Zeitraum
- Sonntag, 12. Dezember 1948
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Freut sich, wieder von B. zu hören; erinnert sich noch gut an den Besuch des Ehepaares bei ihnen in Princeton. B.’s Buch über die Welt seiner Arbeiten ist für ihn immer noch einer der besten Kommentare, die je über sein Werk geschrieben wurden. Es ist ihm eine Genugtuung, dass Freunde der Literatur in Amerika wie in Europa B. ihre Dankbarkeit und ihre Anerkennung zum Ausdruck bringen. Besonders freut ihn das Interesse, das Heinrich Zimmer für die Studie zeigte. Als kürzlich die ›Saturday Review of Literature‹ ihn nach seiner Lektüre fragte, nannte er dessen ›The Kind and the Corpse‹. B.s Aufsatz ›Two Concepts of Death‹ zeige ihm, dass B. immer noch gute, zum Denken anregende Dinge schreibe. Hört gern, dass die akademische Jugend immer wieder nach seinen Büchern verlangt und sie liest. »After all, we poets are all longing for a little immortality, and the sympathy of the young generation for our work is a guarantee that it will survive us for a little while.«
