Thomas Mann an Heinz Pringsheim

Zeitraum
Dienstag, 15. Dezember 1914
Datierung
15.12.1914
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Schickt seinem Schwager einen Weihnachtsgruß ins Feld und fügt ein kleines »Angebinde« hinzu, die kleine Novellensammlung ›Das Wunderkind‹, aus der er ihn besonders auf die erste und letzte Erzählung aufmerksam macht, die letzte wegen ihrer »rassenpsychologischen Pointen«. – Spricht des längeren über die Kriegsaussichten, bekennt sich zum Optimismus, dass Deutschland »besser, freier, stärker, stolzer aus dieser Heimsuchung hervorgehen wird«. Glaubt an eine Verständigung mit Frankreich. Es gebe Gerüchte, dass Reichskanzler von Bülow nach Rom gefahren sei, um mit Hilfe des Papstes einen Separatfrieden auszuhandeln, wobei Frankreich nach einer Grenzkorrektur bei Belfort mit einem größeren Landgewinn in Belgien entschädigt werden solle. Belgien selbst werde dann als selbständiger Staat unter deutscher Oberhoheit bestehen bleiben. Dann sei das Kriegsproblem praktisch gelöst: mit Rußland werde man schon fertig, und England würde dann nicht mehr wagen, in den Krieg einzugreifen. Entschuldigt sich, ihm einen so langen politischen Brief geschrieben zu haben: über Familienangelegenheiten werde er sicher von anderer Stelle informiert; er erwähnt noch, dass seine Frau wohl leidlich über den Winter hinwegkommen werde; alle Kinder hätten die Masern gehabt, Monika leide an einer Darmentzündung mit ständigen Rückfällen. Sie hatten P.s Frau Olga und Tochter zu Tisch und bemühen sich bei verschiedenen militärischen Stellen, ihr eine Reise zu ihm zu ermöglichen.

Erwähnungen

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