Thomas Mann an Alexander Moritz Frey
- Zeitraum
- Dienstag, 15. Februar 1949
- Datierung
- o.D. [etwa Mitte Februar 1949]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt F. für dessen Anteilnahme an der Kontroverse mit Arnold Schönberg. »Natürlich kriechen bei solchen Anlässen allerlei Feinde hervor, um die Gelegenheit wahrzunehmen, ihr Mütchen zu kühlen, aber im Ganzen ist mein Eindruck, dass das Kopfschütteln über Schoenbergs Thorheit ziemlich einhellig ist.« Willi Schuh soll sich in der ›Neuen Zürcher Zeitung‹ über den Fall sehr verwundert geäußert haben; aus der Münchner ›Neuen Zeitung‹ legt er einen Abschnitt bei. Der »tragische Muschg« hatte sich der Angelegenheit noch nicht angenommen, aber von dem »Fußtritt« in seiner Literaturgeschichte habe er schon gehört. Das meiste »Für-und Wider-mich« bekomme er Gottlob gar nicht zu sehen, sondern »höre nur leise davon läuten«. Gibt F. in der Angelegenheit Dr. Widmer recht, von dessen sprachlichen »Wunderlichkeiten« er verschiedenes festgestellt, aber sich gehütet hat, sie ihm gegenüber anzudeuten, weil er die Empfindlichkeit dieser Leute kenne [s. Br. an A.M. Frey v. 26.2.47]. Freut sich nach einem strengen Winter auf seine Frühjahrsreise mit dem schon fertiggestellten Goethe-Vortrag; wird Anfang Juni in der Schweiz sein.
