Thomas Mann an Fritz Weil
- Zeitraum
- Samstag, 19. Februar 1949
- Datierung
- 19.2.1949
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für W.’s Interesse am ›Doktor Faustus‹. Meint, dass eine musikalische Vorbildung keine conditio sine qua non für die Lektüre der musikalischen Passagen des Romans sei. Äußert sich über die Hintergründe der Biographie Adrian Leverkühns. »Mit Adrian Leverkühn ist gar niemand gemeint. Er hat keine Ähnlichkeit mit irgend einem lebenden oder verstorbenen Komponisten, und wie seine Person, so sind auch seine Werke frei erfunden.« Da er dem Roman das Ansehen einer Biographie gegeben habe, so habe er sich bemüht, dies so real und überzeugend wie möglich zu machen. Dies sei ihm wohl so gut gelungen, dass Stimmen laut wurden, man müsse doch die hinterlassenen Werke Leverkühns unbedingt aufführen. »Die kleinen Tricks, deren ich mich zur Realisierung bedient habe, wie die Nennung von wirklichen Dirigentennamen, muß man mir nicht übelnehmen.
