Thomas Mann an G.W. Zimmermann
- Zeitraum
- Mittwoch, 7. Dezember 1949
- Datierung
- o.D. [etwa 7.12.1949]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Weist den taktlosen und boshaften Ton von Z.’s Fragebogen, der ihm über die Redaktion des ›Monat‹ zugegangen ist, zurück, will aber seinen guten Ruf als Briefbeantworter wahren. Geht auf Z.’s Fragen über den Aufsatz ›Goethe, das deutsche Wunder‹ ein und erklärt, dass ein Hitler keine deutsche Monumentalgestalt sei, dass er ebenfalls Friedrich II. von Preußen wegen seiner Gebundenheit zu französischer Kultur nicht zu den großen Deutschen rechne. Die politisch fragwürdigen Züge in Goethe habe er in seinem Vortrag ›Goethe und die Demokratie‹ dargestellt. Er stimme ihm bei, dass der Aufsatz ›Goethe, das deutsche Wunder‹ sich wie ein Kapitel aus den ›Betrachtungen‹ lese; das beweise nur, dass der »Bruch« in seinem Leben eine törichte Fabel sei, dass er aber weitergegangen sei, »wie es sich für einen lebendigen Geist gehört«. Schließt im übrigen aus Z.’s Fragen, dass dieser kaum eines seiner großen Werke kennt.
