Thomas Mann an Alfred Neumann
- Zeitraum
- Samstag, 18. Februar 1950
- Datierung
- 18.2.1950
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Las im New Yorker ›Aufbau‹ von N.’s europäischem Aufenthalt; entschuldigt sich, dass er sich noch nicht zur Frage eines Beitritts in die Jury des Preisausschreibens zum »Zusammenwachsen der beiden Literaturen« geäußert habe [Betrifft den ›Schickele-Preis‹, der eine freundschaftliche Verbindung zwischen den exilierten und den literarischen deutschen Nachwuchsschriftstellern herstellen soll]. War in letzter Zeit viel unpäßlich und daher mit seiner Arbeit in Rückstand geraten. Ist bereit, für den gedachten Zweck mindestens 500 Dollar beizusteuern; allerdings glaube er, dass außer ihm nur vielleicht Vicki Baum und allenfalls Feuchtwanger etwas für den Preis stiften könnten. Ist auch bereit, der Jury beizutreten, wenn auch N. sich dabei beteilige. Allerdings nur, wenn nicht Erich Kästner die »innerdeutsche Instanz« vertreten würde. Kästner habe über ausgewanderte Schriftsteller Äußerungen getan, die ihn für eine Mitwirkung in der Jury nicht qualifizierten. Für die Jury käme in Frage: »der gute Pfarrer Goes«, Penzoldt, Reisiger, der aber auch Preisanwärter wäre. Und für den Preis: Kölwel, Luise Rinser, Elisabeth Langgässer. – Eine Reise nach Europa ist noch ungewiß, da er zuerst den ›Erwählten‹ abschließen und einen für die USA und Europa brauchbaren Vortrag konzipieren will.
