Thomas Mann an Hermann Stresau
- Zeitraum
- Montag, 10. April 1950
- Datierung
- 10.4.1950
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für die teilnehmenden Worte zum Tode seines Bruders Heinrich. Zu St.’s Buch über Joseph Conrad: War durch die Schilderung dessen Lebens sehr gefesselt. Hegte für Conrads Bücher immer eine besondere Sympathie, hielt einige von ihnen für wahre Meisterwerke. Wußte aber, außer dass er Pole war, nie viel von dessen Person. Zu den Büchern, die anläßlich seines Geburtstages über ihn geschrieben werden: Das alles müsse hinter seinem Rücken geschehen; verweist St. mit seinem Vorhaben an Bermann Fischer. Dieser entscheide nun allein über das Angebot, da er mit Suhrkamp völlig gebrochen habe. Ist sich über diesen bedauerlichen Schritt nicht klar, den er »vorläufig mißbilligt«. Zum ›Erwählten‹: »Von meiner neuen Erzählung erwarten Sie nicht zuviel. Die Verbindungen zu ›Faustus‹ sind rein äußerlich, eben durch die knappe Nachformung der alten Geschichte in den Gesta Romanorum. Durch sie wurde ich zu Hartmann von Aues Gedicht geführt.«
