Thomas Mann an Ernst Loewy
- Zeitraum
- Sonntag, 16. April 1950
- Datierung
- 16.4.1950
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für die »freundliche und energische« Würdigung des ›Doktor Faustus‹. Die menschheitliche Heiterkeit des ›Joseph‹ mag höher stehen; »aber Dinge wie die Epiphanie des Kindes und Adrians letztes Lebens- und Sündenbekenntnis enthält das mythologische Erzählwerk doch nicht.« Er sei aber »immer unzufrieden, wenn man Leverkühns Schicksal allzu eng als Allegorie für das deutsche Schicksal« verstehe. »Er ist ...ein Held unserer Zeit, ein Mensch, der das Leid der Epoche trägt, ein Repräsentant der Kulturkrise, für die die Situation der Musik nur ein Ausdruck und Beispiel ist«.
