Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Mittwoch, 30. August 1950
Datierung
30.8.1950
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Setzt M. nochmals seine in dem Vortrag ›Meine Zeit‹ geschilderte Haltung zur politischen und geistigen Lage Amerikas auseinander. Hat mit diesem Vortrag viel Sympathie errungen. Sieht Amerika bedroht vom McCarthyismus und den Bestrebungen General McArthurs, einen allgemeinen Krieg in Asien anzuzünden. Ist bekümmert, dass »dies Land der Pioniere... den policeman des status quo spielt«. War beeindruckt von der Thomas Mann-Ausstellung in Yale und denkt, daß, wo eine solche Ausstellung möglich ist, auch er selbst »noch eine Weile möglich« ist. Würde am liebsten den ›Erwählten‹ nur deutsch erscheinen lassen, da er jetzt schon Grauen empfindet bei dem Gedanken, was nicht Deutsch verstehende Kritiker für Dummheiten über das Buch schreiben werden. »Die Deutschen sind ein recht unausstehliches Volk, aber ein deutscher Schriftsteller und Diener der deutschen Sprache bin ich nun einmal durchaus, und mein Leben in deutscher Sprachsphäre, in der Schweiz, zu beschließen, davon träume ich doch oft.«

Erwähnungen

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