Thomas Mann an Karl Loewenstein

Zeitraum
Samstag, 10. März 1951
Datierung
10.3.1951
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

L.’s europäische Reise müsse herrlich gewesen sein; er sehe nicht viel von der Welt, da er, wie Schopenhauer von sich sagte, ein Pilz ist, der festsitzt. Zitiert Goethe. – Berichtet von seinen Reisen nach Schweden, nach Paris, in die Schweiz, ins Engadin, von einem Besuch in Montagnola bei Hermann Hesse. Auf diesen passe die Aussage von Erasmus zur Lutherzeit: »Es will etwas heißen, in solch unruhiger Zeit nicht aus der rechten Bahn geworfen zu werden.« L.’s Vorschlag, das Schicksal Formosas wie überhaupt das China-Problem vor die United Nations zu bringen, hält er für völlig theoretisch, da die USA mit ihren Satelliten dort die Mehrheit habe. Und wenn L. zum Schluß die Forderung stellt, ›to take the profits out of war and war preparedness‹, so habe dies gar keine Aussicht auf Erfüllung. »Vor dem Einmarsch in Korea hing die Drohung einer schweren Depression schon über dem Land. Mit dem Kriege dort ist sie ganz prächtig beschworen.«

Erwähnungen

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