Thomas Mann an Hans Reisiger
- Zeitraum
- Montag, 2. April 1951
- Datierung
- 2.4.1951
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt ihm für zwei Briefe; dem einen lagen ihm noch unbekannte Goetheverse bei, dem anderen R.’s Übersetzung von Louis Fischers Bericht über Mahatma Gandhis Tod. Hat von R.’s ernstlicher Erkrankung an einer Lungenentzündung erfahren, mit der die Ärzte glücklicherweise gut fertig wurden. Ein Trost sei es, dass R. dadurch einem Interview entgangen sei, das meistens nur Verärgerung zur Folge habe. Berichtet ihm von eigenen Leiden aus letzter Zeit, einer Nervenentzündung in der Hüfte und einer Affektion der Backenschleimhaut. Trotzdem habe er seine Arbeit fortgesetzt: nach Beendigung des ›Erwählten‹ die Fortsetzung des ›Felix Krull‹; erzählt von seinem Sohn Michael, dem er nach erfolgreichen Konzertreisen mit der Pianistin Yaltah Menuhin jetzt eine Dozentenstelle in Deutschland oder Amerika wünschte. Möchte R. im Sommer in der Schweiz wiedersehen.
