Thomas Mann an Irita van Doren
- Zeitraum
- Dienstag, 28. August 1951
- Datierung
- 28.8.1951
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Schreibt einen Beitrag für ihre ›Authors‹ Number‹ und nimmt die Gelegenheit wahr, verschiedene Mißverständnisse über sich richtigzustellen. Es sei eine tragische Illusion, ihn für einen universell gebildeten Kopf zu halten. Er pflege zwar einen Bienenfleiß zu entwickeln, um ein Werk wissenschaftlich zu fundieren, aber sobald dieses erschienen sei, vergesse er alles ad hoc Gelernte mit unglaublicher Schnelligkeit. Ferner müsse er der Auffassung entgegentreten, dass er »olympic«, »pompous« und »ponderous« sei. Er habe, wie seine Freunde wüßten, keine Spur von Feierlichkeit, Gespreiztheit und Gehobenheit. Sein Ideal sei Klarheit, sein Streben, das Schwere leicht zu machen. In erster Linie fühle er sich als Humorist; Humor sei ein Ausdruck der Menschlichkeit, die der Bescheidenheit eher verwandt sei als der Anmaßung.
