Thomas Mann an Walter Haussmann
- Zeitraum
- Dienstag, 4. September 1951
- Datierung
- 4.9.1951
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für einen charmanten und anregenden Brief. War gerührt über die Geschichte des Untersekundaners und die Jakobsgeschichten. [Ein 16jähriger Schüler von H. gab Nachhilfestunden, um sich den ›Joseph‹ kaufen zu können]. H.’s Arbeitsvorschlag [Goethes Achilleis-Fragment romanhaft aufzugreifen] gab ihm zu denken, wird es aber kaum ausführen. »... würde dies direkte Übernehmen eines Planes, zu dessen Ausführung Goethe nicht kam, nicht doch etwas aufdringlich-stellvertretend wirken? Die imitatio hält sich doch besser im Ungefähren und nicht ganz Stimmigen. ›Zauberberg‹ als mein Wilhelm Meister, oder ›Tonio Kröger‹ als mein Werther, nun, das geht. Aber der ›Dr. Faustus‹ ist gar nicht mein Faust, sondern das ist eher der ›Joseph‹.«
