Thomas Mann an Ernst Nobs, Eidgenössisches Finanz- und Zolldepartement, Bern
- Zeitraum
- Mittwoch, 12. Dezember 1951
- Datierung
- 12.12.1951
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt dem Bundesrat für dessen Mühewaltung und dessen Eingehen auf seine Probleme. Je älter er werde, desto mehr ziehe es ihn zurück »zur alten Erde«, in der er seine letzte Ruhestätte finden möchte. Trotz der Großzügigkeit Amerikas, die zuletzt noch in der Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters zum Ausdruck kam, empfinde er das Land als seinem innersten Wesen fremd. Die Übersiedlung in die Schweiz solle mit größter Rücksicht vor sich gehen; mit diesem Land verbinde ihn eine Art Heimatgefühl, das sich besonders in den fünf ersten Exiljahren gefestigt habe. Wird nunmehr sein kalifornisches Haus verkaufen und will mit dem Erlös im Tessin ein Anwesen erwerben, auf das ihn Emil Oprecht aufmerksam gemacht habe. Ist dem Bundesrat für die beruhigende Auskunft über seine Aufenthaltsgenehmigung und die Lösung der Steuerfrage dankbar, nach der er nur seine nichtamerikanischen Einkünfte zu versteuern brauche.
