Thomas Mann an Siegfried Horstmann

Zeitraum
Mittwoch, 26. März 1952
Datierung
26.3.1952
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt für die Rücksendung des für die Lübecker Ausstellung zur Verfügung gestellten Manuskriptes von ›Meine Zeit‹ [s. Brief an Siegfried Horstmann vom 2.7.1950 / Reg. 50/290]. Hat sich über H.s gute Worte über den ›Erwählten‹ gefreut. Die Angriffe gegen das Buch, das die Idee von Schuld und Gnade rein bewahrt hat, sind ihm wenig verständlich. Gibt gern zu, dass er die Leute gerne zum Lachen bringe. »Aber ein nihilistisches Hohngelächter ist es gewiß nicht, das ich bringen will, sondern eine Heiterkeit, in der Haß und Dummheit sich lösen und die vereinigt.« Glaubt, dass es überhaupt nicht in der Art der Kunst liegt, dem Leben mit Nihilismus zu begegnen. »Die Kunst hat es ja doch mit dem Guten zu tun. Sie ist das reine Paradigma alles Strebens danach, und auf ihrem Grund ist Güte. Wer zu finden weiß, und finden will, wird auch auf dem Grund meiner Erzählung die Güte finden.«

Erwähnungen

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