Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Sonntag, 13. April 1952
Datierung
»Oster-Sonntag« [13.4.1952]
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Hörte voll Bedauern von Eugene Meyers Unfall und von ihrem Missgeschick in Florida. Auch in seinem Haus gab es Krankheitsfälle: Seine Frau kann sich von einer Grippeinfektion nur schwer erholen, Erika hatte eine quälende Gesichtsrose. Er selbst befindet sich wegen seines Romans in einem Krisenzustand: hat sich mit den Memoiren eine Aufgabe aufgehalst, die weder in den Dimensionen noch in dem Gegenstand »de mon âge«sei, und möchte die Arbeit lieber abbrechen und es bei einem Fragment bewenden lassen. – Hatte schon ein Kapitel an sie verpackt, fand dann noch etwas zu verbessern und hielt die Sendung vorläufig zurück. Sie werde demnächst folgen [s. die Briefe an Agnes E. Meyer vom 22.3.1951 / Reg. 52/83 und vom 28.4.1952 / Reg.?]. Der Artikel '›y Sister and I‹, nach dem sie sich erkundigte, sei die »*unverschämteste Mystifikation und Fälschung*«, die ihm je im Leben vorgekommen sei. Schwankt noch zwischen der Absicht, einige Nietzsche-Kenner zu einem öffentlichen Protest zusammenzurufen, und dem Bedenken, ob man nicht dadurch auch noch Reklame für dieses Machwerk machen würde. Seine Tochter Elisabeth benützt die Reise ihres Mannes nach Italien, um einige Wochen zu ihnen zu kommen. Freut sich, dass Golos Aufsatz ›Wie man nicht aus der Geschichte lernen soll‹ ihren Beifall findet. Sie wollten im Sommer wieder nach Europa gehen, eine Kur in Bad Gastein durchführen und sich dann eine längere Zeit in der Schweiz aufhalten. Wird dort vielleicht den Mut finden, am ›Felix Krull‹ weiterzuarbeiten.

Erwähnungen

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