Thomas Mann an Ursula Aarburg
- Zeitraum
- Dienstag, 6. Mai 1952
- Datierung
- 6.5.1952
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Freute sich über ihren Brief; sie habe ihre Sympathie für seine Arbeit ganz so begründet, wie es nach seinem Herzen sei. Einmal, im ›Faustus‹, sei er düster gewesen, was aber an der Zeit gelegen habe. »Sonst bringe ich die Menschen gern zum Lachen, was jedenfalls kein Zeichen von Menschenfeindlichkeit ist. Es ist denn auch kein nihilistisches Hohngelächter, das ich bringe oder bringen möchte, sondern eine Heiterkeit, in der Dummheit und Haß sich lösen, und die befreit und vereinigt. Die Kunst, aus Einsamkeit stets neu geboren, ist doch ihrer Funktion nach vereinigend. Darum verstehe ich so schwer den Widerwillen, den ich doch auch oft errege. An meinen Sachen sollten doch eigentlich alle Vergnügen haben können!«
