Thomas Mann an Henry Walter Brann

Zeitraum
Dienstag, 12. Mai 1953
Datierung
12.5.1953
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Seine Virus-Infektion im Winter hat eine tiefe Niedergeschlagenheit bewirkt; er hat »ein elendes Nerventief« durchgemacht, das in seinem Alter nur schwer zu überwinden ist. War inzwischen in Rom und schildert seine Audienz beim Papst. – Glaubt nicht, dass er den ›Felix Krull‹ noch beenden wird. Hat die Erzählung ›Die Betrogene‹ »im Zustande eigentlicher Arbeitsunfähigkeit und Arbeits*verbotenheit* zustandegebracht und ich habe nur zuviel Grund zu fürchten, daß man ihr’s anmerkt«. – Beglückwünscht B. zum 50. Geburtstag, freut sich über dessen berufliche Veränderung und über den Plan eines großen philosophischen Werkes. – Klagt darüber, wie viel Mühe ihm neuerdings publizistische Arbeit mache: »Gerade habe ich mir für ›Comprendre‹ in Venedig einen Artikel von 4 Schreibmaschinenseiten abgerungen über Europa, Amerika, die Weltlage. Er hat mich eine Woche und schlaflose Nächte gekostet, und meine Unzufriedenheit damit geht bis zu Scham und Zorn.«

Erwähnungen

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