Thomas Mann an Charles Neider

Zeitraum
Donnerstag, 28. Mai 1953
Datierung
28.5.1953
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Erhielt N.s Brief vom 11.4. in dem Augenblick, als er gerade nach Rom aufbrach, wo er einen höchst eindrucksvollen Aufenthalt hatte. Wer irgendeinen Sinn für Geschichte habe, könne nicht umhin, von dieser großartigen Stadt, in der sich viele Jahrhunderte, ja Jahrtausende repräsentieren, tief bewegt zu werden. – Hat voll Interesse erfahren, dass N.s Frau sich mit einer Arbeit beschäftigt, die er gern kennenlernen möchte. – Mit N.s Plan, alle eigenen Kommentare zu seinem Werk zu sammeln, könne er sich nicht befreunden. Der Essay über den ›Zauberberg‹, erst kürzlich im ›Atlantic Monthly‹ erschienen, solle als Einleitung für die nächste Ausgabe des Romans benutzt werden, der Aufsatz über die Entstehung der ›Joseph‹-Geschichten, ›Sechzehn Jahre‹, werde mit anderen Äußerungen über sein Werk in ›Altes und Neues‹ aufgenommen werden. – Die Novelle, deretwegen er die Arbeit am ›Felix Krull‹ unterbrochen habe, erscheint jetzt in Fortsetzungen in der Zeitschrift ›Merkur‹. Das deutsche Buch werde im September veröffentlicht; im Augenblick sei seine Sorge, das Copyright-Problem zu lösen und eine mimeographische Ausgabe vorzubereiten [nicht geschehen]. – Hat sich jetzt an einer schönen Stelle oberhalb des Zürcher Sees niedergelassen und leidet nur unter zu vielen Besuchern; er versucht, seinen Weg in die weitreichenden Abenteuer seines Krull wieder zu finden. – Hofft, dass N. und dessen Frau sich bald einmal in Europa und der Schweiz sehen ließen.

Erwähnungen

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