Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Dienstag, 3. November 1953
Datierung
3.11.1953
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt für die Zusendung ihrer Autobiographie, gegen die ihm der Austausch mit seiner gewagten kleinen Geschichte nicht genügend erscheint. Geht ausführlich auf den Inhalt ihres Buches ein, besonders auf die Seiten, »die bezeugen, daß meine doch vielfach umstrittene, zuweilen als schädlich und zersetzend denunzierte Arbeit zur inneren Gestaltung, geistigen Formung dieses reichen, schönen, zum Dienst am Guten gewillten Lebens etwas beitragen konnte«. Findet gemeinsame Bekannte wie Tandler in Wien in ihren Memoiren wieder, oder literarische Gestalten seiner Zeit, wie Stefan George und Rainer Maria Rilke, mit deren Charakterisierung er übereinstimmt. »Gedacht sei Ihres starken und zugleich zwiespältigen Verhältnisses zu der großen Gestalt Luthers (German violence) und Ihrer Vertrautheit mit der Luft des 16. Jahrhunderts, des Reformationszeitalters.« Muss schließen, da noch viel Arbeit auf ihn wartet. »Nehmen Sie vorlieb! Sie haben ein gutes, liebenswertes Werk getan, daran viele Seelen in dieser gequälten Zeit sich erbauen werden.«

Erwähnungen

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