Thomas Mann an Claire Goll
- Zeitraum
- Samstag, 12. Dezember 1953
- Datierung
- 12.12.1953
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Wundert sich, dass sie ihm gerade jetzt über ›Königliche Hoheit‹ schreibt, »des Aschenbrödels unter den meinen«. Der Roman erlebe jetzt eine Art populäre Auferstehung: durch die Aufnahme in die Fischer Bücherei, durch den Film, durch verschiedene Hörspiele. »Habent sua fata libelli.« Freut sich, dass sie eine gute Zeit in Kalifornien gehabt habe. Er werde dies »paradis artificiel« kaum wiedersehen, auch wenn er nochmals nach New York käme. Das Haus ist verkauft; er plant, in der Schweiz ein neues zu kaufen, »und ich bin ein hartnäckiger Villenbesitzer«. Sein Sohn Michael habe in Japan große Erfolge, vielleicht bleibe er ganz dort. – Empfiehlt ihr das Buch von Marguerite Yourcenar, ›Ich zähmte die Wölfin‹. »Es ist das Schönste, das mir seit langem vorgekommen.«
