Thomas Mann an Ernst Steinbach (Pseudonym: Willy Hellpach)

Zeitraum
Donnerstag, 31. Dezember 1953
Datierung
31.12.1953
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt voller Ergriffenheit für St.s Aufsatz über die religiöse Frage in seinem Werk. Meint zwar, dass er seinen Kritikern zu ihrer Bequemlichkeit oft viel fertig Formuliertes an die Hand gegeben habe wie das Bekenntnis seines Glaubens: dass er nicht so sehr an den Glauben glaube, sondern an die Güte, »die ohne Glauben bestehen und geradezu das Produkt des Zweifels sein kann«. Aber um die Glaubensfähigkeit eines Menschen könne es nicht schlimm stehen, wenn er die Anlage zur Bewunderung besitze. Er habe sein Leben in der Bewunderung des Großen und Meisterhaften hingebracht. St. habe es verstanden, in seinem Aufsatz das Religiöse auch da herauszuspüren, wo es sich verberge: »Jedes bedeutende Werk der Dichtung enthält die religiöse Frage in sich.« Stimmt St.s Behauptung zu, dass der Humanismus »geozentrisch« sei, wie er selbst es in ›Lob der Vergänglichkeit‹ zum Ausdruck gebracht habe.

Erwähnungen

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