Thomas Mann an Erika Mann
- Zeitraum
- Montag, 7. Juni 1954
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
War um ihren Gesundheitszustand ernstlich besorgt und hofft auf ihre baldige Genesung. Bewundert sie, weil sie trotzdem ihre »Zugvögelerzählungen« hervorbringen konnte. Äußert ausführlich seine Zweifel über den ›Krull‹, den er vorläufig nicht fortführen möchte, obwohl es eine relativ leichte Arbeit wäre. Denkt darüber nach, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn er nach dem ›Faustus‹ »das Zeitliche gesegnet« hätte. Es wäre der Abschluss eines runden, in sich geschlossenen Lebenswerks gewesen. Was folgte, war »ein überhängendes Nach-Werk«. Beschäftigt sich gedanklich mit einer »Charakter-Galerie aus der Reformationsepoche«, denkt aber doch manchmal, das Talent sei ihm ausgegangen. Berichtet vom Verlauf des Geburtstags und von den Geschenken. »Das Haus ist eine tägliche Genugtuung«, und ein neuer Wagen wird in den nächsten Tagen eintreffen.
