Thomas Mann an Cornelis Soeteman
- Zeitraum
- Freitag, 18. Juni 1954
- Datierung
- 18.6.1954
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Über das Verhältnis seiner Erzählung ›Der Erwählte‹ zur französischen Gregorius-Legende: Dazu sei zu sagen, dass er ›Vie du Pape Grégoire‹ niemals in Händen gehabt habe, auch nicht die Textausgabe von Luzarche. Die Übereinstimmungen, die sich nach S.s Befunden zwischen seinem Roman und der ›Vie du Pape‹ zeigen, seien verwunderlich; er habe aber damals vieles gelesen, und es möge sein, dass indirekt Einzelheiten aus der französischen Fassung in seine Erzählung eingegangen seien. Im Ganzen habe er sich streng an Hartmann gehalten und nur amplifiziert, wo es nötig schien. Manches von dem, was S. als Einfluss der französischen Legende zu erkennen glaubt, sei von ihm frei erfunden worden. Macht S. auf Hermann Weigands Studie über ›Der Erwählte‹ aufmerksam, die genaueste Quellenangaben enthalte. S. möge sich mit Professor Weigand (Yale University) in Verbindung setzen.
