Thomas Mann an Gottfried Bermann Fischer

Zeitraum
Mittwoch, 28. Juli 1954
Datierung
28.7.1954
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Muß B.F. seine aufrichtige Empörung über dessen Verhandlungen mit Walter Janka zum Ausdruck bringen, die darauf hinzielen, den Aufbau-Verlag zu einem Vertrag über die geplante Gesamtausgabe seiner Werke mit dem S. Fischer Verlag und zur Überlassung der Hälfte des Honorars an B.F. zu überreden. Er habe loyalerweise B.F. von dem großzügigen Angebot des Aufbau-Verlages unterrichtet, der einen direkten Abschluß mit ihm vorziehe, weil dann die Transferierung des Honorars in die Schweiz möglich sei. Dieses Angebot stelle eine Art Geburtstags-Ehrengabe dar; natürlich sei er willens, dem S. Fischer Verlag die ihm zustehenden 25% weiterzugeben. Ebenso habe ihn die Behandlung der Verfilmung der ›Buddenbrooks‹ empört. Die Einschaltung eines westdeutschen Filmunternehmens in seine Verhandlungen mit der ostdeutschen Defa störten seine Absicht, nicht einen Zonenfilm zu schaffen, sondern einen Film für ganz Deutschland, wobei er die Bedingung gestellt habe, dass der Regisseur und mindestens drei Hauptdarsteller aus dem Westen hinzugezogen werden, dass seine Tochter Erika bei der Arbeit am Drehbuch mitwirken und bei den Dreharbeiten selbst zugegen sein solle. Kein Buch oder Film sei so geeignet, das kulturelle Zusammenwirken von Ost und West zu fördern wie die ›Buddenbrooks‹.

Erwähnungen

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