Thomas Mann an Hans Reisiger
- Zeitraum
- Mittwoch, 27. Oktober 1954
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Sendet die an R. gerichteten »erfreulichen« Geburtstagsbriefe zurück; findet Frau Vosslers Brief besonders schön, ebenso den von Clemen. Stauffenberg drücke sich etwas ungeschickt aus, aber die Erwähnung der »beiden hingerichteten Brüder« sei natürlich erschütternd. – Hofft, dass R. an seinem Ehrentag viel Spaß gehabt habe. »Die Abgekämpftheit danach ist gewiß ganz wohliger Art.« Seinen Festgruß habe im Auszug auch die ›Süddeutsche Zeitung‹ übernommen. »Worauf ich’s hauptsächlich angelegt hatte, war ein Neudruck Ihres Whitman. Möge es helfen!« -Vom ›Felix Krull‹ kenne R. weniger als er denke. Die Mine Houpfld scheine ihm entgangen zu sein: »Starker Toback! für meine Verhältnisse.« Die begeistertste Kritik habe Friedrich Sieburg geschrieben, »ein konfiszierter Kerl«, der aber eine Schwäche für seine Gaben habe. – Bittet in einem Nachsatz R. um die schwäbische Ausdrucksweise einer Äußerung Schillers Goethe gegenüber über eine Szene im ›Egmont‹. Er wolle diese Äußerung Schillers im Vortrag auf schwäbisch andeuten. »Man muß für etwas Amüsement sorgen.«
