Thomas Mann an Karl Kerényi
- Zeitraum
- Sonntag, 5. Dezember 1954
- Datierung
- 5.12.1954
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für die Buchausgabe der ›Unwillkürlichen Kunstreisen‹, die er vorher schon in der Umbruchkorrektur gelesen habe. Bewundert K.’s Kenntnisse der europäischen Kunstwerke gegenüber seiner eigenen »skandalösen Unbildung«. Er habe zwar eine »andächtige Leidenschaft für Rom«, aber er fühle eine »beunruhigende Verwandtschaft« mit Schiller, der nie sehen, der alles aus sich schöpfen wollte. »Auch für mich ist die Welt des Auges nicht eigentlich meine Welt, und im Grunde will ich nichts sehen – wie er.«
