Thomas Mann an Willy Haas
- Zeitraum
- Dienstag, 15. Februar 1955
- Datierung
- 15.2.1955
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Es tut ihm leid, dass er so lange auf seinen Dank für H.’s Hofmannsthal-Erinnerungen hat warten lassen. Hofmannsthal habe ihm stets viel näher gestanden als George oder Rilke, »obwohl eine hohe Geziertheit seiner Kunst mir nie entgangen war«. Betrauert noch immer Hofmannsthals frühen Tod, »der freilich für ihn zur rechten Zeit kam«. Er sei Hofmannsthals schwieriger, irritabler Person immer mit der schonendsten Ehrerbietung begegnet. War zugegen, als Hofmannsthal jenen »mit Recht und Unheimlichkeit berühmten Vortrag« in München hielt, in der dieser das Wort von der »konservativen Revolution« prägte: »Es sind mir auch nicht ganz die Rechten, so fein sie sind, die auch heute diese Rede besonders hochhalten.«
