Thomas Mann an Felix Neumann

Zeitraum
Sonntag, 13. März 1955
Datierung
13.3.1955
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Berichtet von seiner schweren Grippeerkrankung, weswegen er von Arosa aus ins Krankenhaus nach Chur gebracht werden mußte; ist immer noch nicht völlig wiederhergestellt. Beglückwünscht N. dazu, dass dieser in einem Jahr neun Romane als Zweitdruck in Zeitungen unterbringen konnte. Hat mit Interesse N.’s ›Abenteuerliches Intermezzo‹ teilweise gelesen und hat davon einen teils negativen, teils ausgesprochen positiven Eindruck. »Als Roman, als Prosawerk ist sie nicht mein Genre, nicht recht meine Angelegenheit, zugleich aber ist mir klar, dass sie alle Eigenschaften eines Publikumsschlagers hat« und für die Verfilmung geradezu geboren sei. Es könnte geradezu eine Sensation werden; das Wort gebrauche er mit allem Respekt, auch Schillers ›Geisterseher‹ sei ein Sensationsroman. Er selbst sei in der Filmsphäre »ein flüchtiger Gast und werde es vielleicht gelegentlich wieder sein, mit dem Bewußtsein, dass ich es aus unsachlichen – man muß schon sagen: unkünstlerischen Gründen bin«. Eine Empfehlung seinerseits sei eher schädlich als nützlich, die Filmwelt würde eine Empfehlung von ihm nur mit Skepsis aufnehmen. Das ›Intermezzo‹ würde ganz von selbst vom Film entdeckt werden.

Erwähnungen

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