Thomas Mann an Ferdinand Gregori
- Zeitraum
- Mittwoch, 13. Juni 1917
- Datierung
- 13.6.1917
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für G.’s Brief, der ihm fast wie ein Abenteuer vorkommt. Erinnert sich, G. als Sechzehnjähriger im Lübecker Stadttheater gesehen zu haben, und zwar in einer französischen Komödie, wo er als betrogener Ehemann in einer erschütternden Szene sich auf den Sims eines gemalten Kamins gelehnt habe, wie auch als König Philipp im ›Don Carlos‹: »[...] ich war sehr ergriffen von der melancholischen Starrheit Ihres Königs und hatte einen Instinkt dafür, daß es mit Ihnen etwas anderes sei, als mit den Herren und Damen Ihrer Umgebung [...]« Dankt für G.’s Zustimmung zu seinem Kriegsartikel und glaubt, dass auch sein jetzt entstehendes Werk in Deutschland sein Publikum haben werde. Will ihm zum Dank für seine Ermutigung die im Herbst erscheinenden ›Betrachtungen‹ zusenden.
