Thomas Mann an Philipp Witkop

Zeitraum
Freitag, 20. Juli 1917
Datierung
20.7.1917
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Sie sind zum letzten Mal in Tölz; ein Landhaus sei heute schwer zu unterhalten. Es wurde an den Sohn des Besitzers des ›Bremer Lloyd‹, Dr. Wiegand, verkauft. Sie blieben für den nächsten Sommer freizügig, die Kinder sollten die Bekanntschaft mit der Ostsee machen. – Über die politische Entwicklung der nächsten Zeit: der Abgang des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg tue ihm leid; er sei drei Jahre lang ein wahrhaft anständiger Repräsentant deutschen Geistes gewesen, sein Nachfolger Georg Michaelis habe offenbar weniger Bildung. Die Demokratie werde möglicherweise »nicht so humbughafte Formen« annehmen wie anderswo. »An die Demokratie irgendwie geistig zu glauben, scheint mir weniger, denn je, gegeben.« Auf den »aesthetischen Demokratismus« seines Bruders werde er in seinen ›Betrachtungen‹ eingehen, mit denen er bis zum Herbst zu Rande zu kommen hoffe; »Aber das ist ein weites, heikles Feld«.

Erwähnungen

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