Thomas Mann an Dr. [?] Groth

Zeitraum
Sonntag, 1. November 1931
Datierung
1.11.1931
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Lehnt es nach einer Rücksprache mit Geheimrat Beyerle und Karl Voßler ab, an einer [vermutlich sozialdemokratischen] Veranstaltung kulturellen Charakters teilzunehmen. Es sei trotz Unterstützung durch die liberale Presse ein so gut wie aussichtsloses Unternehmen, »verzweifelten Massen durch geistige und kulturelle Argumente Vernunft beibringen zu wollen«. Er habe in Berlin ein bürgerliches Publikum gewarnt, dass alles, was ihnen geistig lieb und teuer ist, durch die Herrschaft der extremen Rechten der Knebelung und Knechtung ausgesetzt sei. »Ich habe allenfalls damit erreicht, daß es ein paar bürgerliche Überläufer weniger gegeben hat, das ist alles.« Notwendig seien Massenversammlungen mit Volksrednern, die sich auf Volksbeeinflussung verstehen. »Die natürlichste Bescheidenheit muß, so empfinde ich, uns geistige Menschen im Augenblick zur Zurückhaltung mahnen, aus dem einfachen Grunde, weil wir dem Volke nur Worte und kein Brot zu geben haben.« Hofft, dass München »paradoxer Weise«, dank dem Katholizismus und der Bayerischen Volkspartei, ein Hort der Freiheit werden könne.

Erwähnungen

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