Thomas Mann an David Ewen
- Zeitraum
- Sonntag, 5. November 1933
- Datierung
- 5.11.1933
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bedankt sich für E.s Brief. Möchte seine Hand dafür ins Feuer legen, dass E. ihn nicht im Voraus darüber unterrichtet habe, die Unterredung journalistisch verwerten zu wollen. Hätte gegebenenfalls auf die Mitteilung des Manuskripts gedrungen, »denn ich bin mit öffentlichen Äußerungen unter den heutigen Umständen äußerst sparsam«. E.s Wiedergabe des Gesprächs enthalte verschiedene Unrichtigkeiten. So habe er sich niemals gegen den antideutschen Boykott ausgesprochen, sich nicht so positiv über Hitlers rednerische Gewalt geäußert und der Zionismus sei überhaupt nicht zur Sprache gekommen. Sei aber von E.s gutem Glauben überzeugt, habe den amerikanischen Zeitungen mitgeteilt, dass er die Angelegenheit als erledigt betrachte und will sie der Vergessenheit anheimgeben. »Ihnen erkläre ich heute gern, daß ich, in der ersten Irritation, über Sie und Ihren Artikel mich schärfer geäußert habe, als mir lieb ist.« [Vgl. ›Frage und Antwort‹, S. 197ff.]
