Thomas Mann an Nobelpreis-Komitee der Schwedischen Akademie, Stockholm

Zeitraum
Freitag, 23. Januar 1931
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Macht von dem Vorschlagsrecht eines Nobelpreisträgers Gebrauch und weist auf zwei Namen hin, »deren Träger meiner Überzeugung nach den Preis beide in hohem Grade verdienten«. Der deutsche Name sei Hermann Hesse. Es sei zwar fast eine Kühnheit, schon wieder an einen Deutschen zu denken, »aber es wäre ja möglich, daß bei den Erwägungen des Komités der Gedanke an Deutschlands derzeitige überaus schwere wirtschaftliche Lage eine Rolle spielen und daher eine Geneigtheit bestehen könnte, das deutsche Schrifttum in erster Linie in Betracht zu ziehen«. Der zweite Name sei Iwan Schmeljow. Die politische Tatsache, dass Sch. als entschiedener Antibolschewist und Emigrant in Paris lebe, könne man beiseite lassen oder höchstens dessen Armut wegen erwähnen. Aber Sch.s literarische Verdienste seien so bedeutend, dass gewisse Arbeiten eines Turgenjew würdig wären. Wenn er nur einen Vorschlag machen dürfe, so möge der für Hesse als gültig betrachtet werden.

Erwähnungen

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