Thomas Mann an unbekannt
- Zeitraum
- Freitag, 22. August 1930
- Datierung
- 22.8.1930
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
In ihm fließe kein Tropfen jüdischen Blutes, was aus den »stark autobiographisch gefärbten« ›Buddenbrooks‹ deutlich genug hervorgehe. Er stelle eine deutsch-romanische Blutmischung dar. »Bei der vollkommenen Heterogenität der jüdischen Menschheit auf Erden ist es ungeheuer schwer, dem Juden im Allgemeinen eine bestimmte Zukunft zu prognostizieren oder zu wünschen.« Durch seinen Besuch in Palästina habe er Verständnis für den Gedanken einer Neubesiedelung dieses Landes durch die jüdische Rasse gewonnen. Dies sei jedoch keine allgemeine Lösung für die 16 Millionen Juden. Der europäische und amerikanische Jude könne unter voller Wahrung seiner Glaubensüberlieferung ein angepasster Bürger seines Landes sein. »Für meine Person würde ich dieses Ergebnis, das Treue und Anpassung vereinigt, für das glücklichste halten.«
