Thomas Mann an Richard Schaukal

Zeitraum
Montag, 10. April 1905
Datierung
10.4.1905
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Wünscht, die verlorengegangene Verbindung mit Sch. wiederherzustellen. Es sei seine Schuld, aber mit einer hanseatischen Wendung: »Ich kann es man halb helfen!« Seine Nerven müssten sich in eine ganz neue Daseinsform gewöhnen; sein von Arbeitsscheu und Pedanterie gehemmter Ehrgeiz müsse mit Spannkraft und Schreiblust haushalten wie ein Geizkragen. Es gäbe »nur ein Schimpfwort, das mich trifft. Heine gebraucht es: ›Dichter!‹«. Fragt nach Sch.s Ergehen. Er habe der Zeitschrift ›Kritik der Kritik‹ ähnlich geantwortet wie Sch. Rilkes Anzeige von Sch.s ›Ausgewählten Gedichten‹ in der ›Zukunft‹ hätte herzlicher sein können. Der Aufsatz ›Liaisons dangereuses‹ seines Bruders in der gleichen Zeitschrift sei vortrefflich, wohingegen er dessen neuen Bücher für verfehlt halte. Er selbst habe unmittelbar vor seiner Hochzeit »unter ganz unbeschreiblichen Qualen« ›Fiorenza‹ zu Ende geführt und jetzt schon wieder eine Kleinigkeit fertig gemacht.

Erwähnungen

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