Thomas Mann an Richard Schaukal
- Zeitraum
- Montag, 21. Dezember 1903
- Datierung
- 21.12.1903
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bedankt sich für verschiedene Sendungen. Er habe ein paar kleine Sachen auf Bestellung geschrieben und die Verzettelung solle nun ein Ende haben. Er könne sich lebhaft in Sch.s Lage versetzen. »Besonders widerlich denke ich mir das Tram- und Stadtbahn-Hin-und-Her zwischen Ihrer Wohnung und dem Bureau.« Jedoch solle Sch. nicht die Stütze und Würde eines bürgerlichen Berufes unterschätzen. Sein eigenes Befinden sei sehr schwankend. »Oft habe ich wundervolle, reiche Stimmungen, voll Zuversicht und Kraftbewußtsein, und oft ist mir sterbensübel zu Sinn.« Der Ruhm, den er nun wirklich zu spüren beginne, habe auch sein Anstrengendes. »Auch macht man sich Sorgen, daß man der Mann sein könnte, sich einlullen zu lassen.« Er glaube aber doch, es habe keine Gefahr.
