Thomas Mann an Ernst Reuter

Zeitraum
Sonntag, 19. August 1945
Datierung
19.8.1945
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Bedankt sich für R.’s Brief vom 22.6 und hofft, dass die Folgen von R.’s Krankheit überwunden sind und dass R.’s Wunsch nach Heimkehr seiner Erfüllung näher gekommen sei. Wundert sich darüber, dass dies schwierig ist, »denn man sollte ja denken, dass die Rückkehr erfahrener Männer der Verwaltung von demokratischer Gesinnung nach Deutschland ›uns‹ höchst willkommen sein müßte«. Bewundert R.’s guten Willen, die »schlechten Tage« Deutschlands tätig zu teilen. Gesteht offen, dass ihm vor den steinernen und menschlichen Trümmern graut und dass die Ermahnungen zur Rückkehr ihn unlogisch anmuten. »Schließlich sind diese zwölf Jahre, die mir anfangs schon schwer genug zugesetzt haben, nicht einfach von der Tafel zu wischen.« Er wolle jedoch nichts verschwören. Ein Besuch in der Schweiz im Frühjahr 1946 schwebe ihm vor; »und bin ich einmal dort, so ist mit dem Aufkommen irgendeines Nolens-volens ziemlich bestimmt zu rechnen«.

Erwähnungen

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