Thomas Mann an Thüringer Volksverlag, Weimar

Zeitraum
Montag, 1. August 1949
Datierung
o.D. [nach 1.8.1949]
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Beglückwünscht den Verlag zu dem Vorhaben, einen ›Führer durch die Kulturstätten Weimars‹ herauszugeben. Obwohl er Ehrenbürger der Stadt ist, lehnt er es ab, eine Einleitung zu schreiben, denn die politische Lage habe sich so verschärft, dass andere Bindungen ihn abhalten. Die Erfüllung des Wunsches »würde mir sofort wieder als pro-kommunistische Handlung und als Demonstration gegen den Westen ausgelegt werden und mir der Ruhe meines Alters störende Angriffe und Denunziationen eintragen. Es mag komisch klingen, aber schon der Anblick Ihrer Adresse macht mir Bedenken. Ein Thüringer Volksverlag hat seinen Sitz in der Puschkinstraße in Weimar! Das ist absurd. Puschkin war ein sehr großer Dichter, aber es gibt ja auch keine Voltairestraße in München oder eine Goethestraße in Amsterdam... Weimar zur russischen Provinzstadt herabgesetzt zu sehen, will seinem Ehrenbürger nicht gefallen«.

Erwähnungen

Hinweis: der Eintrag befindet sich in Prüfung. Haben Sie Korrekturen oder Ergänzungsvorschläge?