Thomas Mann an Elsa Hennings
- Zeitraum
- Mittwoch, 12. März 1952
- Datierung
- 12.3.1952
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bedankt sich für ein Manuskript [über ›Hamlet‹], mit dem er viele Stunden belebten Lesens verbracht habe, »fasziniert vom so noch nie gesehenen Gegenstande und seiner kühnen, immer reizvollen und fast immer überzeugenden Behandlung«. Die Verbindung Hamlet-Faust sei ihm nie in den Sinn gekommen, aber »kraft Ihrer geistvollen Gelehrsamkeit lebt man schließlich in Ihren Gedanken«. Hingegen überzeuge ihn die Identifizierung von Polonius und Montaigne nicht. In der angekündigten Buchausgabe wolle er alles noch einmal »von Anfang bis zu Ende« lesen. Er lege großen Wert darauf, dass H. im Streit über ›Doktor Faustus‹ »aufseiten des Buches« sei. Die Deutschen könnten mit ihrer Dämonisierung im Roman zufrieden sein. »Sein Deutschtum ist ja beinahe so dick aufgetragen wie das der ›Meistersinger‹!«
